Ausstellung für Erhalt historischer Bauten am Land
Innsbruck - Mit der Ausstellung „Weiterbauen am Land“, einem gleichnamigen Katalog und Filmen soll in Tirol der Erhalt von historischen Bauten gefördert werden. Die Ausstellung zeigt Fotos von Bauernhöfen in Tirol, Osttirol und Südtirol. Die Ausstellung wird heute, Dienstag, Abend im Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck eröffnet, ist dort bis 15. April zu sehen und soll danach auf Wanderschaft gehen, teilten die Veranstalter bei einer Pressekonferenz in Innsbruck mit.
Es werden Beispiele gezeigt, bei denen durch Restauration Höfe gerettet werden konnten, aber auch Fälle, in denen durch Abriss oder Zubau Gebäude zerstört wurden. Historische Bausubstanz sei ein wertvoller Teil des kulturellen Erbes und müsse daher erhalten und gepflegt werden. In Tirol gebe es bisher ein Defizit beim Schutz der historischen Bauten, erklärte Christoph Hölz vom Archiv für Baukunst an der Universität Innsbruck. Die nun gesetzte Initiative sei daher zu begrüßen. Ziel der Ausstellung sei es, kulturgeschichtliche Bewusstseinsbildung zu betreiben. Die Dokumentation der ländlichen Baukultur soll das Erkennen des Wertes durch die Bauern selbst fördern.
Der Katalog zur Ausstellung könne auch als Fibel zur Restauration verstanden werden. Anhand der gezeigten Beispiel könnten Lehren gezogen werden. Die Ausstellung soll in land- und forstwirtschaftlichen Schulen in Tirol und Südtirol gezeigt werden. Dadurch soll die Jugend für dieses Thema sensibilisiert werden.
In Tirol gibt es heute etwas 17.000 Höfe, von denen der Tiroler Kunstkataster 4.100 für die Kulturlandschaft von Bedeutung hält. Davon stehen 390 Gebäude unter Denkmalschutz. Eine Bestandsaufnahme in Südtirol liefere ernüchternde Zahlen. So seien seit 1950 ein Drittel der historischen Bauernhöfe abgerissen worden, ein weiteres Drittel sei bis zur Unkenntlichkeit verändert worden. Während 1900 noch 85 Prozent der Bevölkerung in Tirol in der Landwirtschaft tätig waren, sind es derzeit nur noch 15 Prozent. Wenn landwirtschaftliche Bauten nicht mehr für ihren ursprünglichen Verwendungszweck genutzt werden, könnten sie auch anders genutzt werden. So sei ein Stadel auch als Wohnhaus oder für Gewerbe nutzbar.
Das Projekt wurde vom Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt in Innsbruck, der Autonomen Provinz Südtirol, der Tiroler Landwirtschaftskammer, dem Tiroler Kunstkataster und der Abteilungen Agrartechnik der Tiroler Landesregierung erarbeitet. (APA)
aktualisiert: Mo, 20.08.2012 11:30





