Rooney Mara in „Die Verwandlung“
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Von Nicole Unger
Die Augenbrauen gebleicht, das Gesicht blass, die Haare schräg geschnitten, der Körper tätowiert und knochig, die Brustwarze gepierct. Das ist Lisbeth Salander, die menschenscheue, bisexuelle Computer-Hackerin aus Stieg Larssons weltbekannter „Millennium-Trilogie“.
Derzeit läuft die amerikanische Fassung vom ersten Teil des Schweden-Thrillers in den Kinos. Wurde im Original Lisbeth Salander von Noomi Rapace (32) verkörpert, schlüpft in der Neuverfilmung Rooney Mara in die Rolle des eigenwilligen Computer-Genies.
Die 26-jährige Hollywood-Newcomerin beweist in „Verblendung“ Mut zur Andersartigkeit und blendet damit ihre Fans. Denn hinter der ungewöhnlichen Fassade steckt eine wunderschöne Frau.
Mara hat sich für ihre Rolle verwandelt. Nicht nur äußerlich, auch privat. Aus der recht unbekannten Schauspielerin ist in kürzester Zeit eine Stilikone geworden. In Designerkleidern von Givenchy und Rodarte, Porzellanteint, roten Lippen und schwarzen Haaren rührte sie mit Co-Star Daniel Craig noch vor Kurzem auf den roten Teppichen dieser Welt die Werbetrommel für den Film – und im Grunde auch für sich selbst.
Vogue-Chefin Anna Wintour war so begeistert von der ungewöhnlichen Schönheit und adelte sie mit einem Foto auf dem Cover der November-Ausgabe. Auch die Vanity Fair ließ es sich nicht nehmen, die junge Frau, die aussieht wie Audrey Hepburn, auf den Titel zu nehmen. Der schwedische Moderiese H&M nahm angesichts des Lisbeth-Hypes sogar eine eigene punkige Salander-Kollektion ins Programm auf.
Lisbeth verschaffte Mara zweifelsohne den Durchbruch. Dabei standen sogar Hollywood-Größen wie Scarlett Johansson, Natalie Portman und Keira Knightley Schlange, um die Rolle zu ergattern. Doch Regisseur David Fincher („Fight Club“) wollte Mara, nachdem er sie im Film „The Social Network“ gesehen hatte. Aus dem relativ unscheinbaren American-Girl wurde in kurzer Zeit die wohl ungewöhnlichste Kultheldin der Kinogeschichte.
Für ihre Traumrolle war sich die New Yorkerin für keine Veränderung zu schade. Für Lisbeth musste die hübsche Amerikanerin nicht nur ihre langen Haare lassen, sie ließ sich sogar die Ohren und eine Brustwarze piercen. Außerdem stand ein hartes Kickboxtraining mit ihrem Personal Trainer auf dem Programm. Einzig allein das riesige Drachen-Tattoo am Rücken wurde aufgemalt. „Die Piercings waren einfach – zwei Finger breit Whiskey und los ging‘s“, verriet die 26-Jährige im Spiegel-Interview. Die Rolle habe sie aber auch physisch ziemlich mitgenommen. „Ich musste ja immer extrem dünn aussehen und bleiben. Außerdem musste ich sehr blass sein. Das hieß also: keine Schokolade in den Drehpausen und kein Sonnenlicht“, sagt Mara. Außerdem sei es beim Dreh in Schweden oft bitterkalt gewesen. Man musste den Dreh einige Male unterbrechen, weil die schlanke, junge Frau wie Espenlaub zitterte.
Doch die Mühe hat sich gelohnt. Jetzt sind es Maras Schauspielkonkurrentinnen, die vor der zarten Frau mit dem schwarzen Haaren zittern müssen. Für den Oscar ist sie schon nominiert.





