„Kein Entkommen“ stellt neuen „Tatort“-Leichenrekord auf
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Blutiges Wiedersehen mit Harald Krassnitzer in der Tatort-Folge „Kein Entkommen“.
Foto: TT / Thomas Boehm
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Wien – Er gilt als „blutigster ‚Tatort‘ aller Zeiten“: Mit gleich 15 Leichen wartet der neue Austro-“Tatort“ „Kein Entkommen“ auf, der am Sonntag (5. Februar) um 20.15 Uhr auf ORF 2 zu sehen ist - um eine Leiche mehr als die bisherige Rekordfolge aus dem Jahr 2004. In ihrem dritten gemeinsamen Fall bekommen es Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser als Kommissar Moritz Eisner und Assistentin Bibi Fellner mit serbischen Kriegsverbrechern zu tun, die in Wien untergetaucht sind. Die Killer kennen keine Skrupel - und die österreichische Polizei hat gegen derlei Brutalität und Kaltschnäuzigkeit die längste Zeit kein Mittel.
Der im Februar und März vor einem Jahr von Fabian Eder und Lukas Sturm nach einem Drehbuch von Eder in Wien gedrehte „Tatort“ erweist sich zumindest klimatisch als hoch aktuell: In der grauen, frostigen Bundeshauptstadt tobt die Grippewelle und setzt auch in den Reihen der Polizei reihenweise Beamte außer Gefecht. Von Knoblauch bis Ingwer scheint jeder ein Hausmittel zu haben. Auch Chefinspektor Eisner ist schwer bedient, stellt sich jedoch direkt vom Krankenbett aus in den Dienst, als es zu einem offenkundigen Auftragsmord an einem kurzfristig als Fahrer einer Reinigungsfirma eingesprungenen Studenten kommt.
Hoffen auf den großen Fang
Schon bald wird klar, dass der Anschlag jenem Angestellten gegolten hatte, der eigentlich auf dem Dienstplan gestanden war. Josef Müller stellt sich kurz darauf der Polizei und bittet um Schutz: Als Mirco Gradic war er vor seiner Flucht nach Wien Mitglied der nationalistischen „Sveti Tigar“. Innerhalb kürzester Zeit sehen sich Eisner und Fellner nicht nur mit Kriminellen konfrontiert, die ihr blutiges Handwerk im Balkankrieg der 1990er Jahre gelernt haben, sondern auch mit Kollegen, die im Auftrag des Internationalen Strafgerichtshof für Kriegsverbrechen auf einen großen Fang hoffen.
„Spannung ohne Schnickschnack“ verspricht Regisseur Fabian Eder laut ORF-Aussendung für den bereits 27. Fall von Moritz Eisner. Man habe für das spezielle Thema „sehr genau recherchiert“: „Daher ist der Film auch sehr geerdet und besteht aus durchwegs realistischen Komponenten. Wenn es uns gelingt, einige eingelernte Reflexe auszulösen und damit eine Diskussion über dieselben in Gang zu bringen, wäre das schon schön. ‚Kein Entkommen‘ ist aber auch ein Film über Väter und Söhne und das Erbe, das eine Generation der folgenden übergibt, über das Weitergeben von veralteten und verbohrten Geisteshaltungen oder das Brechen mit eben diesen. Die größte Schuld, die eine Generation auf sich laden kann, ist, ihre Schuld nicht vollständig aufzuarbeiten.“
„Der beste, den ich je gesehen habe“
Wiens Landespolizeikommandant Karl Mahrer zeigte sich bei der Präsentation begeistert: „Dieser ‚Tatort‘ ist der beste, den ich je gesehen habe. Authentizität, realistische Szenen und sehr viel Gefühl - man zeigt auch, dass Polizistinnen und Polizisten Gefühl haben. Das ist ganz wichtig und selten in dieser Dichte gebracht worden.“
„Einen ‚Tatort‘ machen zu dürfen ist eine besondere Auszeichnung“, versichert Eder. „Der ‚Tatort‘ ist ein weltweit einzigartiges Format. Er ist keine ‚Serie‘, er ist keine ‚Reihe‘, er ist vielmehr Kult und gleichzeitig bereits Kulturgut.“ Dass der vor allem in Deutschland gepflogene „Tatort“-Kult mittlerweile auch in Österreich Fuß gefasst hat, belegen auch einige Angebote zum gemeinsamen „Tatort“-Schauen in Wiener Szene-Lokalen: So kann man jeweils sonntags um 20.15 Uhr etwa im Top Kino und im Schikaneder in Kinosaal und Bar ebenso mit Gleichgesinnten die aktuelle „Tatort“-Folge sehen wie im Xpedit-Kiosk (Schleifmühlgasse) oder im Moped-Wohnzimmer (Salmgasse). Wer die Ausstrahlung von „Tatort - Kein Entkommen“ verpasst: Die Folge ist sieben Tage als Video-on-Demand auf http://tvthek.ORF.at abrufbar.
Erfolgsserie mit Krassnitzer/Neuhauser
Die bisherigen gemeinsamen „Tatort“-Folgen von Krassnitzer/Neuhauser waren durchaus erfolgreich (durchschnittlich 984.000 Seher bei „Vergeltung“ am 6. März 2011, 861.000 bei „Ausgelöscht“ am 29. Mai). Der vierte gemeinsame Fall „Falsch verpackt“, in dem das Ermittlerduo mit den Geschäften der chinesischen Mafia konfrontiert wird, ist bereits abgedreht. Er wird am 25. März ausgestrahlt.
aktualisiert: Fr, 03.02.2012 14:44





