Prinz William auf den Falklandinseln - „Normaler Dienst“
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Prinz William, Sohn des britischen Thronfolgers Charles und Enkel der Queen, tut als Hubschrauberpilot Dienst auf den Falklandinseln.
Foto: EPA
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London – Es ist einer der vielleicht aufsehenerregendsten Routineeinsätze der letzten Jahre: Prinz William, Sohn des britischen Thronfolgers Charles und Enkel der Queen, tut als Hubschrauberpilot Dienst auf den Falklandinseln. Das sechswöchige Gastspiel fällt mitten in eine Phase großer politischer Spannungen zwischen Großbritannien und Argentinien - und kommt wenige Wochen vor dem 30. Jahrestag des Ausbruchs des Falklandkriegs im April 1982.
Nach Lesart der britischen Regierung handelt es sich um einen völlig normalen Vorgang für Hubschrauberpiloten der Rettungsstaffel innerhalb der Royal Air Force. „Er ist ein Rettungspilot, das ist eine humanitäre Arbeit und es ist ein Routineeinsatz“, sagte Verteidigungsminister Philip Hammond am Freitag am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel. „Alle Rettungspiloten der Luftwaffe werden auf den Falklands eingesetzt. Und jetzt ist Prinz William dran.“
Argentinien sieht das völlig anders und vermutet hinter der Entsendung seiner Königlichen Hoheit eine Provokation. William komme in der „Uniform des Eroberers“, hatte es bereits vor der Ankunft des Prinzen am Donnerstag geheißen. Zuvor hatte Buenos Aires bereits die Entsendung eines modernen Kriegsschiffes, der „HMS Dauntless“ in den Südatlantik verurteilt. Argentinien erhebt Anspruch auf die seit 1833 unter britischer Hoheit stehende Inselgruppe. Seit 2010 neue Probebohrungen nach Erdöl erfolgreich waren, ist der Streit um die Falklands neu entflammt.
Argentinien erhält Unterstützung von Nachbarländern. Nachdem bereits Länder wie Brasilien, Uruguay und Paraguay ihre Häfen für Schiffe mit Falkland-Fahne gesperrt hatten, meldete sich nun Venezuelas Staatschef Hugo Chavez zu Wort. „Argentinien wird nie alleine sein“, sagte er anlässlich des 13. Jahrestages seiner Amtsübernahme am Donnerstag (Ortszeit) in Caracas an die Adresse Londons. „Es ist lächerlich, dass die britische Regierung Argentinien droht, weil sie die Inseln verlassen müssten, die Argentinien gehören“, sagte Chavez. Spekuliert wird auch darüber, ob südamerikanische Länder durch Sperrung von Überflugrechten die einzige kommerzielle Flugverbindung auf die Falklands über Chile kappen könnten.
Die Militärjunta in Argentinien hatte am 2. April 1982 versucht, die Falklandinseln zu besetzen. Der darauffolgende Krieg mit Großbritannien kostete fast 1000 Menschen das Leben. Während des Krieges war Williams Onkel Prinz Andrew als Hubschrauberpilot auf britischer Seite im Einsatz. Die rund 3000 Einwohner der Inselgruppe sind zur großen Mehrheit britischer Abstammung und wollen den Status quo aufrechterhalten. Von William werden sie nach Darstellung des Verteidigungsministeriums in den nächsten sechs Wochen kaum mehr sehen als seine Frau Kate, die zu Hause in Großbritannien wartet. William werde keinerlei öffentliche Auftritte absolvieren und nach einigen Briefings und einem ersten Flug sofort seinen Dienst antreten, hieß es vom Ministerium weiter. (dpa)





