Bissige Nudl für die Ewigkeit
![]()
Die erste Ausgabe der „Höttinger Nudl“ erschien anno 1908. Und schaute damals wie heute dem Volk aufs Maul. Foto: Kodera
Foto: REDAKTION
|
||
Innsbrucker – Nudeln müssen bissfest sind, sonst munden sie nicht. Die Höttinger Nudl wiederum muss bissig sein, sonst werden‘s die Leser der traditionellen Faschingszeitung, die seit dem Jahr 1908 dem „Volk aufs Maul schaut und wenn‘s nötig ist, a haut“. So lautet eine der Nudl-Weisheiten, die anno 2003 auch Eingang in eine wissenschaftliche Arbeit fanden. In ihrer Diplomarbeit „Durch Narrheit zur Wahrheit“ widmet sich Gertraud M. König nämlich den Innsbrucker Faschingszeitungen des 20. Jahrhunderts und hebt dabei besonders die Historie der Höttinger Nudl hervor. Für Nicht-Höttinger ist dabei schon die Namensfindung der Gag-Gazette interessant: Geht der Titel doch auf den Spottnamen „Nudlsetzer“ zurück, den die Höttinger Landbevölkerung einst verpasst bekam. Der Legende nach sollen manch‘ findige Bauern nämlich Nudeln in den Feldern angepflanzt haben, um sich den mühseligen Anbau von Getreide zu ersparen.
Bissig ist die Nudl bis heute geblieben. Damit dem auch so bleibt, arbeitet ein fünfköpfiges Team rund um Chefredakteur Peter Kodera an der satirischen Aufarbeitung der Geschehnisse des Vorjahres. „Wir sammeln das ganze Jahr Material und legen immer Anfang Oktober mit Volldampf los“, erzählt Kodera der TT. Mitte Dezember geht das Blatt dann mit einer Auflage von 6000 Stück in den Handel.
Seit Herbst 2010 ist die Höttinger Nudl aber auch im Web vertreten. In Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek und dem Landesmuseum Ferdinandeum wurden die Ausgaben von 1908 bis 2010 digitalisiert. Und können nun unter www.literature.at abgerufen werden. (fach)





