03.03.2012
Auto Test

Alhambra: Weltbester Allradvan

Deutsche Motorjournalisten kürten den Seat Alhambra kürzlich zum besten Auto der Welt nach Punkten. Des Österreichers Idealauto steht somit fest: bitte einmal den Besten in neuer Allradvariante zum Seat-Preis.
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Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1968 ccm

Drehmoment: 320 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 103 kW/140 PS

L/B/H: 4854/1904/1720 mm

Gewicht: 1891/2530 kg

Kofferraumvolumen: 267–2430 l

Tankinhalt: 70 l

Höchstgeschwindigkeit: 191 km/h

0–100 km/h: 11,4 Sekunden

Verbrauch: 7,8 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: Style) 38.300 Euro

CO2-Emission: 158 g/km

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – VW Alhambra oder Seat Sharan, beantwortete die Autozeitschrift Auto Bild kürzlich die Frage nach dem „besten Auto der Welt“ nach Punkten. Sind doch Alhambra und Sharan technisch bis auf die letzte Schraube baugleich und konnten schließlich zwei Fahrzeuge den Titel abräumen. Der mit derartig vielen Talenten gesegnete Van füllt schon jetzt immer mehr das Straßenbild und die Seat-Verkaufsstatistik. Als Umsatzbeschleuniger wirkt bei Seat natürlich der Preisvorteil zum Volkswagen-Pendant. Und der ist beim 4WD noch größer als beim Fronttriebler. So gibt es Allradantrieb beim Alhambra schon ab 35.800 Euro, beim Sharan aber erst ab 39.090 Euro.

Ganz gleich, für welche Marke man sich entscheidet, der Gegenwert passt allemal – besonders in der überaus wertstabilen Allradvariante.

Sie ist an den spritzigen und laufruhigen 140-PS-Diesel gekoppelt, der die 1891 Kilo-Fuhre beachtlich in Schwung bringt. Unter acht Liter Diesel blieb dabei im gemischten Testbetrieb der Verbrauch. Der Allrad kostet ein klein wenig an Spritzigkeit (115 Kilogramm Mehrgewicht), ansonsten merkt man nur, dass es keine Traktionsverluste mehr gibt.

Die millionenfach bewährte Haldex-Kupplung neuester Generation kommt zum Einsatz. Eine elektronisch gesteuerte und hydraulisch betätigte Lamellenkupplung leitet bei Bedarf die gesamte Kraft stufenlos zu den Hinterrädern.

Gerade im Winter ein derartig großer Vorteil, dass er aus dem bei hinterer Beladung nicht besonders traktionsstarken Van ein gänzlich neues Auto macht. Jeder fünfte Sharan-Kunde greift deshalb schon zum Allrad. Erfreulich auch, dass die Technik keinen Platz im Innenraum kostet.

Da bietet der Alhambra natürlich als Fünf- oder Siebensitzer ungewöhnlich viel Platz auf allen Rängen und überzeugt mit unzähligen Ablagen oder einem weiteren Stauraum unter dem Ladeboden.

Der Zugang zu den hinteren Sitzreihen könnte durch die weit öffnenden Schiebetüren bequemer nicht mehr sein. Noch beeindruckender ist jedoch die Materialqualität der gesamten Karosserie. Alles wirkt wirklich sehr solide und hochwertig.

Einzig die eisigen Temperaturen machten den im TT-Testwagen installierten elektrischen Schiebetüren aufgrund angefrorener Dichtungen zu schaffen. Die 1080 Euro lassen sich auch in viele andere schöne Extras inverstieren.

Was den großen Van des Volkswagenkonzerns auszeichnet, ist jedoch seine überdurchschnittliche Fahrkultur. Der Federungskomfort würde auch vielen Luxuslimousinen gut anstehen. Die Geräuschdämmung vermittelt den Eindruck einer Burg, Lenkung, Bedienung – alles läuft geschmeidig. Dazu vermittelt die hohe und sehr aufrechte Sitzpostion eine fantastische Übersicht trotz der Wagengröße. All dies wird wohl dazu beitragen, dass wir künftig noch mehr weltbeste Vans auf unseren Straßen sehen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 03.03.2012
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