30.04.2012
Web

Die Festplatte im Web kann etwas

Vom automatischen Backup über einfache Zusammenarbeit bis hin zur ständigen Verfügbarkeit der eigenen Dateien. Netzspeicherdienste bieten eine Menge, ohne den Nutzer zu überfordern.

Von Georg Holzer

Innsbruck – Der Start des Google Drives brachte Netzspeicher wieder in den Fokus. Google ist nicht der erste Anbieter, Dropbox bietet so etwas bereits seit 2007 an. Microsoft verbesserte sein Skydrive kurz vor der Google-Premiere deutlich und daneben gibt es eine ganze Reihe ähnlicher Angebote.

Die Funktionsweise ist immer dieselbe: Nach der Anmeldung installiert man ein kleines Programm, das einen neuen Ordner auf der Festplatte anlegt. Alle Dokumente, Fotos und Songs, die sich darin befinden, werden automatisch auf die Server des Anbieters übertragen.

Diese Synchronisation ist das Beste an diesen Diensten. Man hat die Dateien überall zur Verfügung: am Computer in der Arbeit, am Laptop zu Hause, am Tablet und selbst am Smartphone. Ist man auf einem fremden PC, kann man auf alle Dateien zugreifen, indem man einfach einen Browser aufruft.

Man spart sich so das ständige Kopieren auf USB-Sticks und muss sich Dateien nicht selbst per E-Mail schicken, nur um sie woanders nutzen zu können. Es gibt immer nur eine Datei, die noch dazu stets aktuell ist, weil auch die Veränderungen an alle verbundenen Rechner übertragen werden.

Dadurch stellen Drive & Co. ein ideales Backup dar. Hat die Festplatte einen Schaden, braucht man auf der neuen nur das Programm installieren. Nach der Eingabe von Benutzernamen und Passwort wird alles automatisch von den Servern des Anbieters heruntergeladen. Daneben kann man gelöschte Dateien und Ordner 30 Tage lang wiederherstellen. Mit wenigen Mausklicks kann man auch zu älteren Versionen von Dateien zurückkehren.

Diese Dienste greifen auch ein weiteres Problem auf: Fotos auf Smartphones werden nur selten auf den Computer kopiert, um dort betrachtet oder ausgearbeitet zu werden. Mit Dropbox und Skydrive geschieht dies auf Wunsch automatisch. Sobald Fotos geschossen wurden, werden diese in den jeweiligen Netzspeicher und damit auf alle verbunden Computer übertragen. Bei der Dropbox funktioniert dies allerdings wegen Restriktionen von Apple nur unter Android. Weil dabei größere Datenmengen zusammenkommen, sollte man das nur aktivieren, wenn man in ein WLAN eingebucht ist.

Interessant ist die Möglichkeit, Dateien oder Ordner anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Dies erleichtert einerseits die Arbeit an Projekten enorm und entlastet andererseits die Mailboxen nachhaltig, weil nicht mehr Dateien, sondern nur Links versendet werden.

Wie steht es um die Sicherheit? Die Anbieter werben damit, dass sie bei der Übertragung die gleichen Standards befolgen wie beim E-Banking. Der Transfer ist somit verschlüsselt, wer aber auf den Servern Zugriff hat, liegt für den Nutzer im Dunkeln. Beruhigend ist, dass sich keiner der Anbieter auch nur den kleinsten Datenskandal erlauben kann.

Die Funktionalität ist bei allen Anbietern in etwa dieselbe. Den besten Eindruck macht die Dropbox, die man uneingeschränkt empfehlen kann. Sowohl Google als auch Microsoft binden ihre Angebote stark an andere Dienste des jeweiligen Hauses. Wer diese bereits nutzt, ist auch damit gut aufgehoben.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 30.04.2012
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