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55. Grammy-Awards

Grammy-Gala wurde zur Nacht der Newcomer

Männlich, jung, alternativ und neu im Geschäft: Newcomer dominieren in diesem Jahr die begehrtesten Musikpreise der Welt. Mumford & Sons, Gotye, Fun., The Black Keys und Frank Ocean räumten bei den Grammys ab. Justin Timberlake gab ein umjubeltes Comeback.

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Los Angeles – Nacht der Newcomer bei der 55. Grammy-Gala in Los Angeles: Die britische Folk-Rock-Band Mumford & Sons holte sich bei der Verleihung der begehrten Musikpreise am Sonntagabend (Ortszeit) mit ihrer Platte „Babel“ die Auszeichnung für das Album des Jahres. Der Grammy für die beste Single ging an den Ohrwurm „Somebody That I Used To Know“ des belgisch-australischen Musikers Gotye.

Gotye alias Wally de Backer hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit der neuseeländischen Sängerin Kimbra weltweit die Hitparaden gestürmt, nachdem ihr Lied über die Online-Videoplattform Youtube populär geworden war. Die beiden erhielten auch den Grammy für die beste Darbietung eines Popduos. Gotyes Platte „Making Mirrors“ wurde zum besten Alternative-Album gekürt.

Ebenfalls zum ersten Mal wurde die New Yorker Band fun. bei den Grammys ausgezeichnet. Die Indie-Popper um Sänger Nate Ruess holten mit ihrem Hit „We Are Young“ das kleine Goldene Grammophon für den besten Song des Jahres. Außerdem wurden sie als beste neue Künstler ausgezeichnet. „Ich fühle mich, als wäre es mein 21. Geburtstag“, sagte Ruess, der bereits 30 und damit ein für das Musikgeschäft recht betagter Newcomer ist.

Vier Grammophone für The Black Keys

Die meisten Grammys des Abends gewann das Bluesrock-Duo The Black Keys des musikalischen Multitalents Dan Auerbach, das für die beste Rock-Performance, den besten Rock-Song, das Rock-Album des Jahres sowie als Produzent des Jahres geehrt wurde. In der Rap-Sparte heimsten Jay-Z und Kanye West gemeinsam drei Auszeichnungen ein.

Die große Siegerin des vergangenen Jahres, Adele, zählte wieder zu den Gewinnern. Für „Set Fire to the Rain“ wurde die britische Sängerin mit dem Preis für die beste Pop-Solodarbietung ausgezeichnet. „Das ist toll. Ich wollte kommen und Teil der Nacht sein“, sagte Adele, die 2012 sechs Grammys mit nach Hause genommen hatte. „Ich habe es vergangenes Jahr natürlich sehr genossen.“

Justin Timberlakes umjubeltes Comeback

Bei der diesjährigen Verleihung feierte Sänger Justin Timberlake nach einer musikalischen Schaffenspause seine Rückkehr auf die Bühne und gab Songs aus seinem neuen Album „The 20/20 Experience“ zum Besten. Country-Sängerin Taylor Swift trat mit ihrem Hit „We Are Never Ever Getting Back Together“ auf. Ein Starensemble um Bruno Mars, Sting und Rihanna begeisterte mit einem Medley von Liedern der Reggae-Legende Bob Marley.

Insgesamt wurden die Grammys in diesem Jahr in 81 Kategorien vergeben. Die deutschen Hoffnungen wurden dabei enttäuscht. Der für die Musik zum Batman-Film „The Dark Knight Rises“ nominierte Komponist Hans Zimmer, der bereits vier Grammys im Regal stehen hat, ging leer aus. In der Kategorie bestes klassisches Gesangssolo konnte Chanson-Sängerin Ute Lemper ihre Nominierung für das Album „Paris Days - Berlin Nights“ nicht in einen Grammy ummünzen. Auch dem Organisten Hansjörg Albrecht, der es mit „Die Planeten“ des englischen Komponisten Gustav Holst in die Endauswahl für das beste klassische Instrumentalsolo geschafft hatte, blieb der Preis verwehrt. Einen Lichtblick gab es aus deutscher Sicht aber: Das Plattenlabel Deutsche Grammophon holte den Preis für die beste Opernaufnahme des Jahres. Österreichische Künstler waren heuer nicht nominiert.

Erinnerung an Whitney Houston

Vergangenes Jahr hatte der Tod der Pop-Diva Whitney Houston die Grammys überschattet. Die Sängerin war am Vorabend der Gala mit 48 Jahren tot in der Badewanne ihres Hotelzimmers in Beverly Hills gefunden worden. Sie starb offenbar nach der Einnahme von Drogen und Alkohol. Moderator LL Cool J erinnerte zu Beginn der Verleihung am Sonntagabend an die Tragödie. (APA/AFP)

Die wichtigsten Preisträger

Album des Jahres: Mumford & Sons („Babel“)

Platte des Jahres: Gotye featuring Kimbra („Somebody That I Used To Know“)

Lied des Jahres: Fun. („We Are Young“)

Beste Newcomer: Fun.

Bestes Pop-Gesangsalbum: Kelly Clarkson („Stronger“)

Bestes Rock-Album: The Black Keys („El Camino“)

Bestes Alternative-Album: Gotye („Making Mirrors“)

Beste Solo Pop-Performance: Adele („Set Fire to the Rain“)

Beste Duo/Band-Performance: Gotye featuring Kimbra („Somebody That I Used to Know“)

Beste Rock-Performance: The Black Keys („Lonely Boy“)

Bester Autor eines Rock-Songs: Dan Auerbach/The Black Keys („Lonely Boy“)

Beste traditionelle R&B-Performance: Beyoncé („Love on Top“)

Beste R&B-Performance: Usher („Climax“)

Bestes zeitgenössisches Album: Frank Ocean („Channel Orange“)

Beste Rap-Performance: Jay-Z und Kanye West („N----- in Paris“)

Beste Rap-Gesangszusammenarbeit: Jay-Z und Kanye West featuring Frank Ocean („No Church in the Wild“)

Bester Autor eines Rap-Songs: Jay-Z und Kanye West („N----- in Paris“)

Bester Produzent: Dan Auerbach/The Black Keys

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