Griechische Tragödie, nächster Akt
Der Countdown für Griechenland läuft unerbittlich: Ohne das neue Milliarden-Hilfspaket der Euro-Länder ist Athen Anfang Juli auch offi- ziell, was es ohnehin seit geraumer Zeit ist: pleite. Ohne Schutzschirm, Finanzspritzen und Garantien würde ohnehin schon länger kein Geldgeber auch nur noch einen Euro an die Griechen verleihen. Laut Standard & Poors hat Griechenland nur noch ein katastrophales CCC-Rating, das heißt „Ramsch“. Selbst Pakistan, Jamaika oder Burkina Faso sind mittlerweile besser geratet als das schwer geschüttelte Euro-Land.
Dass nach dem finanziellen jetzt auch noch ein politisches Chaos auszubrechen droht, ist bitter genug. Aber welche Regierung in den nächsten Monaten auch immer am Ruder sein wird: Sie muss unter dem massiven Druck aus dem Ausland und trotz Massenprotesten im Land zu retten versuchen, was kaum noch zu retten ist: Mit neuen, beinharten Sparprogrammen, welche dann leider auch die lahmende Konjunktur und damit die Steuereinnahmen noch weiter nach unten reißen, und mit dem Abverkauf von Familiensilber. Eine Spirale nach unten, die aus eigener Kraft nicht zu stoppen ist.
Den EU-Ländern bleibt gar nichts anderes übrig, als weitere Milliarden für Athen lockerzumachen, um Schockwellen an den internationalen Finanzmärkten zu verhindern. Athen kann seine riesigen Schulden einfach nicht bedienen. Daher wird man um eine Erstreckung der Kredit-Laufzeiten nicht herumkommen, letztlich auch um massive Schuldennachlässe. Auch wenn das heute von den Verantwortlichen so noch niemand eingestehen will. Und zahlen kann nicht immer nur die öffentliche Hand, sondern auch private Gläubiger, sprich vor allem Banken und Versicherungen.
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Publiziert am:
Do, 16.06.2011



