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Dieser Lohnherbst wird richtig heiß
Von Alois Vahrner
Was waren das für Zeiten für die Sozialpartner, als sie die Löhne nach der legendären Benya-Formel Inflation plus halber Produktivitätszuwachs erhöhen konnten und damit eigentlich selten grob danebenlagen? Damals zeigte das Konjunkturbarometer mit wenigen Ausnahmen nach oben, die Globalisierung und damit der Wettlauf mit Billiglohnländern war noch unbekannt. Und so konnte das Mehr an Erwirtschaftetem mehr oder minder brüderlich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt werden.
Heute liegen die Dinge zuweilen viel komplizierter, ist doch die Entwicklung der Weltwirtschaft (siehe urplötzlicher Ausbruch der Finanzkrise vor wenigen Jahren) immer weniger vorhersehbar.
Faktum ist, die Inflationsrate pendelt derzeit bei 3 bis 3,5 Prozent. Geringere Lohnerhöhungen würden für die Österreicher real weniger Kaufkraft bedeuten. Dem wird die Gewerkschaft nie und nimmer zustimmen. Und das haben offenbar auch die Unternehmer eingesehen, bieten sie doch für die Metaller jetzt schon ein Plus von 3 Prozent plus eine Einmalzahlung. In den letzten Jahren haben die Sozialpartner neben dem üblichen, aber oft nervigen öffentlichen Vorgeplänkel in den ersten Runden nicht über konkrete Prozentzahlen geredet, sondern beispielsweise über die Sitzordnung gestritten.
Diese Lohnrunde wird jedenfalls ein echter Härtetest für die Sozialpartner. Gemessen werden sie nicht am Säbelrasseln, sondern am Ergebnis. Dass am Ende ein Lohnplus stehen wird, ist logisch. Die Frage ist nur, wie viel als fixer Prozentbetrag (der dann als Rucksack in die nächsten Jahre mitgenommen wird) gezahlt und wie viel als Einmalprämie dazugezahlt wird. Heuer gab es vielfach ein deutliches Wirtschaftswachstum, aber es mehren sich die Alarmsignale, nicht zuletzt wegen der internationalen Schuldenkrise. Daher sollte die Variante Konjunkturprämie wohl nicht unterbelichtet bleiben.
Genau das blüht dem Vorstoß der Gewerkschaft, in den Kollektivverträgen höhere Lohnsteigerungen für die Frauen durchzusetzen. Laut allen Statistiken hinken die Fraueneinkommen zwar jenen der Männer deutlich hinterher – aus verschiedensten Gründen, teilweise auch wegen Diskriminierung. Ein Unrecht freilich durch ein zweites und vermutlich verfassungs- und EU-widriges Unrecht ausbügeln zu wollen, ist der falsche Weg. Zumal er vielen Frauen in der Wirtschaft garantiert auch schaden würde.
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Publiziert am:
Sa, 10.09.2011




