Papierlose Verwaltung ist das Ziel
Von Miriam Sulaiman
Innsbruck – Verpflichten kann er keine Gemeinde. Das ist klar. Aber er setzt auf Überzeugungskraft. Arno Abler war Bürgermeister von Wörgl, nun arbeitet er mit seinem Unternehmen CommunalConsult Tirol mit dem Gemeindeverband zusammen. „Wir wollten auf sein Know-how nicht verzichten“, erklärt Gemeindeverbandschef Ernst Schöpf. Die Gemeinden sollen nämlich nicht nur beim Einkauf kooperieren, sondern auch in der digitalen Verwaltung.
Erst gehe es um eine Standardisierung aller Verfahren. „Ein Bauverfahren muss in Innsbruck wie in einer kleinen Gemeinde genau gleich ablaufen“, sagt Abler. So vereinheitlicht er nach der Abstimmung mit 20 Pilotgemeinden erst Dokumente und Verfahren. „Der gesamte Verwaltungsprozess wird so digitalisiert und man kommt auf den Weg zu einer papierlosen Behörde“, erklärt Abler das Ziel. Derzeit arbeite er an der Vereinheitlichung von zehn Prozessen. Hier geht es etwa um die Bauanzeige, Straßenbauarbeiten oder die Kindergartenanmeldung. Die Formulare würden rechtlich vom Land abgesegnet.
Abler setze auf den Service für den Bürger, der über 24 Stunden hinweg seine Anliegen erledigen kann. Bis zum Herbst soll die erste Phase abgelaufen sein, im zweiten Jahr möchte er 70 weitere Gemeinden in den Prozess mit aufnehmen. Und im dritten Jahr? Da will er alle Gemeinden mit im Boot haben.
Hauptargument ist das Einsparungspotenzial. Zwar kostet das Projekt 1,70 Euro pro Jahr pro Hauptwohnsitzgemeldeten für die Gemeinde. Beim Thema Einsparung verweist Abler aber auf europaweite Werte, in denen von 20 Prozent Einsparmöglichkeit die Rede ist. Verfahren könnten schneller abgewickelt werden, die Fehlerquote sinke, Porto und Papier könnte gespart werden.
Zudem verweist Abler auf die Möglichkeit der Spezialisierung: „Gerade in Ballungsräumen können Gemeinden etwa einen Facility Manager anstellen, der die Gebäude wartet. Die Orte können sich spezialisieren.“ Als nächsten Schritt sieht er die digitale Anbindung an die Prozesse des Landes. Den Vorwurf, dass er im öffentlichen Bereich ohne Ausschreibung agiere, sieht er gelassen. „Es war mein Konzept.“


