17.08.2011
Kufstein

Söller Wellnesstempel eröffnet 2012

Die Verträge sind unter Dach und Fach: 10,2 Millionen Euro lassen sich die Gemeinde Söll und der TVB die Sanierung und Erweiterung des Panoramabads kosten. Den Betrieb übernimmt eine deutsche Firma.
Schon bald werden beim Panoramabad in Söll die Bagger auffahren. Spätestens im Dezember 2012 soll das Bad dann in neuem Glanz erstrahlen.Foto: Otter
   

Von Michael Mader

Söll – Vor Kurzem wurden im Gemeindeamt von Söll die Verträge mit der Raiffeisen als Fremdkapitalgeber und der g1-Bädergruppe als Betreiber des neuen Panoramabads unterschrieben. Für Bürgermeister Hans Eisenmann ein Freudentag. Dem Ganzen war, wie berichtet, eine angeregte Diskussion über die künftige Wiederansiedlung des Sportbeckens, über die Finanzierung und über das Vertragswerk vorangegangen. Doch jetzt scheint alles auf Schiene zu sein.

Insgesamt 10,2 Millionen Euro lassen sich die Gemeinde Söll und der TVB Wilder Kaiser zu gleichen Teilen die Sanierung bzw. den Umbau des in die Jahre gekommenen Panoramabads in Söll kosten. „Eine der großen Hürden waren die Kosten. Nur gemeinsam mit dem TVB ist das möglich geworden. Und auch dort musste zuerst die Nächtigungsabgabe von einem auf zwei Euro erhöht werden“, berichtet BM Eisenmann.

Die Attraktionen des neuen Bads: ein Schwimmteich und gleichzeitig Beschneiungsteich mit 70.000 Kubikmetern Wasser, der auch als ganzjährig nutzbarer Saunateich verwendet und von den Söller Bergbahnen errichtet wird. Weiters eine Außensauna, ein überdachtes Sportbecken sowie ein Erlebnisbecken und Rutschen mit insgesamt 60 Metern Länge.

Betrieben wird das neue Bad, das noch unter dem Arbeitstitel „Panoramabad“ läuft, von der deutschen g1-Bädergruppe. Deren Geschäftsführer Peter Gooss erwartet sich trotz der Nähe zur Wörgler Wasserwelt ca. 250.000 Gäste pro Jahr: „Das Panoramabad ist unser fünfter Standort in Österreich, der erste in Tirol.“ Aufgrund von 500.000 Nächtigungen im Jahr sei Gooss optimistisch: „Zudem haben wir als Alleinstellungsmerkmal den riesigen FKK-Bereich mit Außensauna.“ Mit ein Grund, warum sich die g1-Bädergruppe verpflichtet, dass die Gemeinde Söll 20 Jahre lang keine Zuschüsse zum Betrieb leisten muss. Gooss meint, dass das Bad ab 200.000 Gästen im Jahr kostendeckend zu führen sei.

Erfreut zeigte sich auch Hertha Strasser, die Obfrau des örtlichen Tourismusverbands: „Das Bad beschäftigt mich schon seit 20 Jahren. Unsere Beherbergungsbetriebe sind fast alle klein strukturiert und die meisten haben kein eigenes Wellnessangebot.“

Die Bergbahnen lassen sich ihren Beschneiungsteich rund 2,7 Millionen Euro kosten. „Inklusive Pumpstation, vier Kilometer Leitungen und 52 Schneekanonen investieren wir sechs Millionen Euro“, weiß Bergbahnchef Walter Eisenmann. Dafür kann in Zukunft auch die so genannte Familienabfahrt beschneit werden. Eisenmann: „Über die wird dann auch unsere zweite Rodelbahn führen – allerdings nur am Abend.“

Heinrich Kranebitter von der Raiffeisen-Kommunal-Betreuung hat zusammen mit Walter Soier von der Raiffeisen-Leasing die öffentliche Ausschreibung gewonnen und übernimmt die Finanzierung des Bads: „Wir haben mit der g1-Bädergruppe bereits erfolgreich zusammengearbeitet“, sagt Kranebitter.

Bereits in Kürze soll mit dem Abbruch des alten Panoramabads begonnen werden, eine Wiedereröffnung ist für Dezember 2012 geplant.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 17.08.2011
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