15.11.2011
Innsbruck

Ein Ergebnis und viele Deutungen

Noch nehmen Innsbrucks Politiker ihre Umfragewerte mit Gelassenheit. Die TT-Umfrage lässt aber doch die Köpfe rauchen.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Ein Kopf-an-Kopf-Rennen prophezeit die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Karmasin im Auftrag der TT (Sample: 400). Wie berichtet, liegen in der Sonntagsfrage Grüne (21 %), Für Innsbruck und SP (je 20 %) und VP (18 %) nahezu gleichauf. Die Liste Federspiel kommt auf 10 %, die FP auf 8 %. In der Bürgermeisterdirektwahl erreicht BM Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) unangefochten 55 %.

„Eine Momentaufnahme.“ Diese zwei Wörter huschen fast jedem Politiker binnen weniger Sekunden über die Lippen, wenn er mit der Umfrage konfrontiert wird. Das ist aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit. Ansonsten klaffen die Interpretationen weit auseinander.

Bestätigt in ihrer Arbeit fühlt sich Oppitz-Plörer: „Man hinterfragt sich schon, ob die eigene Arbeitsweise richtig ist. Insbesondere, wenn es manchmal unkonventionelle Wege sind.“ Und auch wenn die Fraktion im Vergleich zu 2006 ein Minus einfahren würde, so stimme sie der aktuelle Wert „positiv“.

Dass die Grünen in der Umfrage Stimmenstärkste sind, lässt bei StR Sonja Pitscheider zwar noch keine Sektkorken knallen, Jubel ist aber angesagt. Die offenkundige Diskrepanz zu ihren persönlichen Werten (6 % BM-Direktwahl) beunruhige sie nicht. Pitscheiders Gegenfrage: „Wem nützt das Bürgermeisteramt, wenn man keine starke Fraktion hat?“

Auch StR und Stadtparteichef Ernst Pechlaner (SP) gibt sich einerseits zufrieden, nimmt sich aber andererseits zugleich endgültig offiziell aus dem SP-internen Rennen, wer denn nun die Liste anführen wird: „Ich habe immer gesagt, dass ich nicht als Bürgermeisterkandidat kandidieren will. Meine fünf Prozent aus der Umfrage kommen also bei Marie-Luise Pokorny-Reitter dazu.“ Den Rest der neuen Liste werde man Ende Jänner bzw. Anfang Februar 2012 zusammengestellt haben.

Einen Vergleich zum Rennsport zieht Vize-BM Franz Gruber (VP), den laut Umfrage 12 % zum Bürgermeister wählen würden: „Oppitz-Plörer hat dank ihres Amtsbonus die Pole-Position inne. Ich stehe aber in der ersten Startreihe – wenn auch mit Abstand.“ Noch, so Gruber, habe das Rennen aber nicht begonnen. Mit den Werten der VP sei er „zufrieden“.

„Nicht so schlecht. Ich habe Potenzial nach oben“, befindet Rudi Federspiel. Er will in den Stadtsenat. Und dazu, so ist er sicher, brauche er „mindestens fünfzehn Prozent“.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 15.11.2011
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