24.11.2011, 11:10  Aktualisiert: 24.11.2011, 16:30 
1946 bis 2011

Sänger Ludwig Hirsch ist tot

Ludwig Hirsch ist tot. Das bestätigte die Ehefrau des Schauspielers und Liedermachers. Er wurde 65 Jahre alt.

Wien – Der Liedermacher Ludwig Hirsch ist tot. Dies bestätigte die Ehefrau des Sängers, die Schauspielerin Cornelia Köndgen.

„Vielleicht – zum letzten Mal“ hieß eine der letzten Konzerttouren des Steirers. Doch noch im Juli gab Hirsch Konzerte in ganz Österreich, aber auch in Deutschland und der Schweiz, wo er bei seinen Fans dem Tour-Motto „Gänsehautnah“ ein letztes Mal gerecht werden konnte.

Doch schon zu diesem Zeitpunkt dürfte es dem „Urwiener“, der laut eigenen Angaben „nur zufällig“ in der Steiermark geboren wurde, schlechter gegangen sein, als es den Anschein hatte.

Hirsch wurde im Wiener Wilhelminenspital behandelt. Er litt an einer Lungenentzündung bzw. wurde er laut Medienberichten wegen Lungenkrebs therapiert.

Laut nun vorliegenden Informationen hat sich der Künstler in der Nacht auf heute, Donnerstag, das Leben genommen. Vonseiten seiner Familie wurden allerdings keine Angaben zur Todesursache gemacht.

Hirsch wurde am 28. Februar 1946 in Hartberg in der Steiermark geboren. Wenig später zog seine Familie nach Wien.

Eine ungewöhnliche Karriere

1978, nach einem Grafik-Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien und dem Besuch der Schauspielschule Krauss, debütierte er als Musiker mit dem Album „Dunkelgraue Lieder“. Es begann eine für einen Liedermacher außergewöhnlich produktive und erfolgreiche Karriere. Die „Dunkelgrauen Lieder“, mit denen er seinen Durchbruch schaffte, sollten ihn dabei ständig begleiten.

Mehr als 20 Alben folgten. Zuletzt 2006 „In Ewigkeit Damen“ bzw. 2009 das gelesene Hörbuch „Weihnachtsgeschichten“.

2008 wurde sein gesamter Werkkatalog neu aufgelegt. Im Rückblick auf sein Schaffen meinte Hirsch damals, dass er „immer wieder positiv überrascht“ wurde: Es gebe „uralte Lieder, in die bin ich immer noch verliebt“.

Eines davon war wohl „Gel‘, du magst mi“. Mit diesem Song schaffte Hirsch 1983 seinen einzigen Nummer-eins-Hit in den Single-Charts. 1984 stieß er mit „Marmor, Stein und Eisen bricht“ in die Top-Ten vor. Sein Debütalbum hielt sich ganze 50 Wochen in den Charts.

2006 erhielt Ludwig Hirsch für sein Studioalbum „Perlen“, das Goldstatus erreichte, den Amadeus Austrian Music Award. Neben dieser hohen Musikauszeichnung wurde Hirsch von der österreichischen Post bereits im Jahr 1993 mit einer Sonderbriefmarke geehrt. 2001 wurde ihm das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen und zuletzt, am 28 Juni 2011 wurde ihm der Goldene Rathausmann überreicht.

Zuletzt hat Hirsch mit dem deutschen Regisseur Joseph Vilsmaier an einem Film gearbeitet. Das Projekt unter dem Arbeitstitel „Es lebe der Zentralfriedhof“ sei aber nicht mehr zur Fertigstellung gelangt. (tt.com)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 24.11.2011  11:10
aktualisiert: Do, 24.11.2011  16:30
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