05.12.2011, 12:07  Aktualisiert: 05.12.2011, 12:14 
International

Gefährliche Weihnachtszeit: So verhindert man Christbaumbrände

Rund 500 Mal rücken heimische Feuerwehren rund um Weihnachten aus, informierte das Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Zu Weihnachten kommt es vermehrt zu Wohnungs- und Hausbränden, weil sich Christbäume oder Adventskränze entzünden.
Foto: Volkmar Schulz / Keystone

Wien – Das beschauliche Flackern der Kerzen am Christbaum gehört zu Weihnachten wie der Karpfen - doch die besinnlichste Zeit des Jahres ist auch die gefährlichste, was Wohnungsbrände anbelangt. Das Risiko, dass Adventkranz oder der festlich geschmückte Baum in Flammen aufgehen, ist vier Mal höher als im Rest des Jahres: Rund 500 Mal rücken heimische Feuerwehren rund um Weihnachten aus, informierte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Montag in einer Aussendung.

In beheizten Räumen trocknet das Reisig schnell aus und ist ein leichtes Opfer für die Kerzenflammen. Ein trockener Christbaum kann innerhalb von 20 Sekunden in Vollbrand stehen - bereits nach 90 Sekunden brennt das Zimmer lichterloh. Die wichtigsten Regeln lauten daher: Kerzen beim Verlassen eines Zimmers immer auslöschen und abgebrannte Kerzen rechtzeitig auswechseln.

Vor allem auf kleine Kinder üben Kerzen eine magische Anziehungskraft aus. In den Wochen vor und besonders nach Weihnachten werden jährlich rund 60 Kinder durch brennende Kerzen verletzt. Das KFV rät in diesem Sinne, auf eine weniger stimmungsvolle, dafür garantiert feuerfeste elektrische Beleuchtung umzusteigen. Auch von Sternspritzern wird abgeraten, denn sie bergen aufgrund ihrer starken Hitzeentwicklung - Temperaturen von 1.000 Grad Celsius - ein hohes Risiko.

Hat ein Nadelbaum erst einmal Feuer gefangen, ist es meist schon zu spät, um noch rechtzeitig reagieren zu können. Lebensrettend sind in diesem Fall Rauchmelder. Sie erkennen den Rauch frühzeitig und warnen durch einen durchdringenden Ton. Dadurch haben die Hausbewohner die Chance, rasch die Feuerwehr zu alarmieren, sich und andere in Sicherheit zu bringen oder eventuell den Brand selber zu bekämpfen. Ebenso wichtig sei ein griffbereiter Feuerlöscher oder ein Kübel Wasser, erklärte Armin Kaltenegger, KFV-Leiter Recht & Normen.

Die wichtigsten Regeln für feuerfreie Festtage: ~ - Kerzen auf Adventkränzen und Christbäumen rechtzeitig auswechseln. Empfohlen wird ein Mindestabstand von 50 Zentimetern zu Vorhängen oder anderen brennbaren Materialien. Kerzen senkrecht mit einem Mindestabstand von 20 Zentimetern zu Zweigen und Baumschmuck auf stabilen Ästen montieren und nie unbeaufsichtigt lassen.

- Zum Aufstellen des Christbaums nur kipp- und standsichere Ständer verwenden und den Stamm sicher befestigen. Mit Wasser gefüllte Christbaumständer verhindern ein zu rasches Austrocknen des Baumes. Eine schwer entflammbare Unterlage unter dem Baum, etwa eine Löschdecke, senkt das Risiko. Bis zum Weihnachtsabend den Baum kühl am Balkon oder im Keller lagern, um ein zu rasches Austrocknen zu vermeiden.

- Keinesfalls Christbaumschnee aus Spraydosen verwenden, wenn die Kerzen bereits brennen - durch brennbare Treibmittel können diese regelrecht zu Flammenwerfern werden.

- Bereits vor dem Entzünden der Kerzen einen Feuerlöscher oder Kübel Wasser in Griffweite stellen

- Schon ein Rauchwarnmelder pro Haushalt bzw. Etage, am besten im Flur angebracht, kann die Sicherheit erheblich erhöhen. Zusätzliche Rauchmelder in den Schlafräumen und Kinderzimmern erhöhen den Schutz.

- Kinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe von brennenden Kerzen lassen. Streichhölzer oder Feuerzeuge sollten außer der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 05.12.2011  12:07
aktualisiert: Mo, 05.12.2011  12:14
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