Kriegsschauplatz Internet: Twitter wird für Taliban und Isaf zur Waffe
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Die Taliban haben „Twitter“ als Waffe entdecken. Und schießen dort scharf gegen die Internationalen Schutztruppen.
Foto: Screenshot twitter.com
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Kabul – Dass sich die Taliban mit der Isaf in Afghanistan mit allen Mitteln bekriegen, ist nichts neues. Jetzt haben sie einen neuen Kriegsschauplatz entdeckt: Twitter.
Seit Mitte September streiten sich die Isaf mit Twitter-Followern, die sich als „Propagandaportal“ für die Taliban verstehen. Bis zum Beschuss der US-Botschaft in Kabul haben die Internationalen Schutztruppen über ihren Twitter-Account nur offizielle Stellungnahmen abgegeben. Doch seit der Attacke in der afghanischen Hauptstadt ist es mit der Zurückhaltung vorbei: Auch im Internet wird jetzt scharf geschossen.
Vorrangig sind es zwei User, die der Isaf vorhalten, Zivilisten in Afghanistan zu töten oder zu misshandeln. @ABalkhi und @alemarahweb zwitschern den Truppen laufend ihre Meinung über den Krieg in Afghanistan – und stellen sich dabei auf die Seite der Taliban. Die US-Soldaten, die den Account für die Truppen bedienen, sehen das als Propaganda und halten dagegen.
Offiziell führt die US-Regierung mit den Taliban keine Verhandlungen, nach dem tödlichen Anschlag auf Ex-Präsident Rabbani sind die Friedensverhandlungen vorerst auf Eis gelegt.
Über Twitter fallen die Statements wie Gewehrsalven. Postet die Isaf einen Erfolg gegen die Feinde am Hindukusch, halten die Taliban-Anhänger dagegen. Stellen diese wiederum Videos ins Netz, auf denen man US-Soldaten im brutalen Umgang mit der Bevölkerung sieht, spricht die Isaf von „Fälschung“. Der Schlagabtausch wird täglich von Tausenden Followern mitverfolgt.
Sogar die US-Politik ist schon auf den Twitter-Krieg aufmerksam geworden. So spricht sich der amerikanische Senator Joe Lieberman für Sperrung von Internet-Accounts für Terroristen aus. Unternehmen, die Blogs oder Videos von Terroristen auf ihren Seiten hätten, müssten diese löschen, so Lieberman.
So weit gehen die Soldaten der Isaf aber nicht. Sie sehen das Scharmützel auf Twitter nämlich auch positiv: Immerhin könnte so die Propaganda der Taliban direkt und ohne Umwege aufgedeckt und pariert werden. Und unschuldige Zivilisten verlieren bei diesem Krieg außerdem auch nicht ihr Leben. (rena)


