Mädchen in Badewanne ertränkt - Obduktion bestätigt Verdacht
Kriminalpsychologe: „Hass aufs Kind spielt in der Regel keine Rolle“ 21.12.2011, 16:02
Wenn Eltern Kinder töten: Täter ist in den meisten Fällen die Mutter 21.12.2011, 14:14
Chronologie des Schreckens - Kinder als Mordopfer 21.12.2011, 13:56
Jugendanwaltschaft Tirol setzt auf externe Vertrauenspersonen 22.12.2011, 13:05
„Die Mutter war sehr fürsorglich“ 24.05.2012, 01:00
Innsbruck – Schauplatz des Dramas war Dienstagnachmittag ein Wohnhaus in Pradl. „Ich kann bestätigen, dass ein Kind getötet wurde“, sagte Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft am Dienstagabend. Und zwar mit größter Wahrscheinlichkeit von der Mutter – „die Frau wurde in die Psychiatrie gebracht“, erklärt der Staatsanwalt weiter.
Das Motiv ist noch unklar. Beim Opfer soll es sich um ein siebenjähriges Mädchen handeln. Wie die ersten Ermittlungen ergaben, dürfte das Kind gegen 16 Uhr in der Wohnung im zweiten Stock eines Mehrparteiengebäudes ein Bad genommen haben. Was dann passierte, war zunächst noch unklar. Jedenfalls dürfte die Mutter, eine 38-jährige Innsbruckerin, plötzlich ihre Tochter attackiert haben. Die Frau drückte den Kopf des Mädchens mehrere Minuten unter die Wasseroberfläche. Dann schlug die völlig aufgelöste Frau sofort Alarm. Allerdings nicht bei der Rettung, sondern bei der Schwester, die wiederum den Bruder verständigte. Und der meldete den Notfall schließlich an die Einsatzkräfte weiter.
Ein Sanitäterteam war rasch zur Stelle: Als diese eintrafen, lag das Kind in einem Bett. „Die Einsatzkräfte haben sich sehr lange bemüht, das Kind ins Leben zurückzuholen“, schildert Walter Pupp, Chef des Landeskriminalamtes. Aber es half alles nichts – schließlich konnten die Ärzte nur noch den Tod des Mädchens feststellen. Die Mutter war derart aufgelöst, dass sie in die geschlossene Anstalt der Psychiatrie eingewiesen werden musste. „Warum die Tat geschah, ist noch völlig offen. Die Verdächtige war noch nicht wirklich ansprechbar“, erklärte Pupp der TT.
Am Mittwoch teilt die Polizei in einer Aussendung mit, das die Frau „in einer ersten Befragung die Tat eingeräumt“ habe.
Ein Motiv für die Tat gab es vorerst noch nicht. „Die Mutter war sehr verstört und kaum ansprechbar“, schilderte Pupp. Sie sei stark psychisch beeinträchtigt gewesen. Erst in den kommenden Tagen werde die geschiedene und alleinerziehende Österreicherin mit türkischem Hintergrund erneut einvernommen werden.
Die Obduktion am Mittwoch hat den Verdacht bestätigt. Das Mädchen starb durch Ertrinken. (tt.com, tom)


