10.01.2012
Österreich

SPÖ setzt Rotstift in der Partei an

Mitarbeiterabbau geplant, SPÖ-aktuell wird Internetzeitung und Kanzlerfest wird abgespeckt.

Von Michael Sprenger

Wien – Die Beratungstätigkeit des Steuerberaters und Wirtschaftstreuhänders Günther Havranek in der finanziell angeschlagenen SPÖ ist großteils abgeschlossen. Seine Aufgabe war es, mitzuhelfen, Einsparungspotenzial in der Bundespartei zu finden. Seit dem 2008er-Wahlkampf sitzt die Bundespartei wieder auf einem belastenden Schuldenberg. Havranek wurde fündig, die Maßnahmen stehen jetzt vor ihrer Umsetzung. Wie Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter gegenüber der Tiroler Tageszeitung bestätigte, soll „in den kommenden Wochen“ das SPÖ-Wochenmagazin aktuell nur noch als Internetzeitung erscheinen. Zudem wird neben dem Sachaufwand „auch im Personalbereich“ der Rotstift weiter angesetzt. Hierzu wollte Kräuter aber keine genauen Angaben machen. Nur so viel wollte der Bundesgeschäftsführer sagen: „Wir werden weiter Personal abbauen müssen.“ Die schon im Vorjahr begonnenen Maßnahmen (u. a. verließen drei zentrale Mitarbeiter die Löwelstraße) „brachten für das heurige Budget eine Einsparung von zehn Prozent“, ergänzte Kräuter.

Das Kanzlerfest im Frühsommer wird zwar auch heuer stattfinden, „aber die Einladungsliste soll durchforstet und reduziert werden“, bestätigte der Parteimanager. „Schon bisher achteten wir darauf, dass bei Musik und der Kulinarik eine gewisse Bescheidenheit herrschte. Aber das Kanzlerfest wird weiter ein wichtiges politisch-kulturelles Ereignis bleiben.“

Kräuter beziffert den aktuellen Schuldenstand mit „knapp fünf Millionen Euro“. Das Ziel der SPÖ sei es, das Loch im SPÖ-Haushalt nicht nur zu stopfen sondern bis zum Beginn des Wahljahres 2013 „optimale Strukturen“ vorzufinden.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 10.01.2012
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