Mair fordert Ablöse von Glawischnig
Von Peter Nindler
Innsbruck – Nach der Innsbrucker Gemeinderatswahl wird sich Georg Willi von seiner Funktion als Landtagsklubchef zurückziehen, 2013 will er für die Tiroler Grünen in den Nationalratswahlkampf ziehen. Und nicht nur das. „Willi soll dann auch in Wien bzw. im Parlament eine zentrale Rolle spielen“, fordert LA Gebi Mair. Und Mair weiß auch schon welche: „Georg wäre der ideale Klubchef, denn es benötigt frischen Wind bei den Grünen“, spricht sich der grüne Jungpolitiker für eine Ablöse von Eva Glawischnig als Klubchefin im grünen Nationalratsklub aus.
Der Zustand der Bundespartei sei derzeit nicht erfreulich, betont Mair, der klare Konturen bei den Grünen vermisst. „Wen außer Peter Pilz oder Eva Glawischnig kennt man in Österreich?“ Als größten Mangel ortet der Tiroler Landtagsabgeordnete derzeit die fehlende Persönlichkeitsentwicklung bei den Grünen. „Georg Willi bringt hier viel Erfahrung mit. Er lässt in Tirol zu, dass sich Persönlichkeiten bei den Grünen entfalten können, auch wenn er inhaltlich nicht immer mit ihren Positionen übereinstimmt.“ Und im Gegensatz zu Glawischnig könne Willi Beziehungen zu Menschen herstellen, sie auch inhaltlich fesseln.
„Wo ist unsere inhaltliche Positionierung derzeit auf Bundesebene?“, fragt sich Mair. Es sei zuletzt nicht gelungen, „dass wir zu einem Faktor werden, dass man sich mit unseren Positionen auseinandersetzt, deshalb fällt es uns auch schwer, politisch zu punkten.“
Handelt es sich bei seinen Forderungen um eine Einzelmeinung oder ist die Stimmung gegenüber den Bundesgrünen allgemein nicht die beste? Für Mair ist die Unzufriedenheit in Tirol generell ein Thema: „Wir bekommen derzeit auch viel Unterstützung aus anderen Bundesländern. Der Wunsch nach frischem Wind an der Spitze ist spürbar.“ Die Führungsschwäche bei den Grünen sei evident, deshalb solle Georg Willi auch positioniert werden. „Weil er über große politische Erfahrung und herausragende Führungsqualitäten verfügt“, betont Mair.
Dass Willis Abgang in Tirol ein Vakuum hinterlassen könnte, glaubt Mair nicht. „Wir sind gut aufgestellt, Georg hat uns gefördert.“ Außerdem verweist Mair, der selbst Ambitionen auf die Nachfolge von Willi als Klubchef hat, darauf, „dass es für eine eigene Spur einen unverspurten Hang benötigt“.


