NATO-Raketenabwehr lässt Alarmglocken in Russland läuten
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Eine NATO-zentrierte Sicherheitspolitik sei kontraproduktiv, meint Sergej Lawrow auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Foto: AP
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München - „Das Thema Raketenabwehr in Europa lässt die Alarmglocken läuten!“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. „Es könnte einen Keil zwischen die verschiedenen europäischen Kulturen treiben.“ Vertrauen und Zusammenarbeit könnten nur auf den Prinzipien Gleichheit und gegenseitige Achtung basieren. Russland werde kein System unterstützen, dass zu Konfrontation führe.
Die NATO will bis 2020 ein Raketenabwehrsystem in Europa aufbauen, das vom pfälzischen Ramstein aus gesteuert werden soll. Es soll vor allem gegen Angriffe von Staaten wie dem Iran schützen. Damit werde eine neue strategische Realität geschaffen, mit der man sich der Vision von US-Präsident Barack Obama von einer nuklearwaffenfreien Welt annähere, hatte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle auf der Sicherheitskonferenz betont. Russland befürchtet, dass das System auch gegen seine eigenen Raketen gerichtet werden könnte. Moskaus Verlangen nach einer Mitentscheidung beim Einsatz wird von der NATO abgelehnt.
„Könnte zu globaler Katastrophe führen“
„Bündnisse zu schaffen, die gegen andere gerichtet sind, ist ein Modell der Vergangenheit. Das könnte zu einer globalen Katastrophe führen“, warnte der russische Außenminister. Eine NATO-zentrierte globale Sicherheitsstruktur sei kontraproduktiv. Langfristig gesehen könnte eine umfassende Sicherheitszone geschaffen werden, die auch den asiatisch-pazifischen Raum einschließe.
Nach Angaben der NATO verfügen derzeit weltweit etwa dreißig Staaten über Raketen, mit denen auch Massenvernichtungswaffen abgefeuert werden könnten. Ohne Berücksichtigung von NATO, China, Russland und USA haben diese schwer berechenbaren Staaten schätzungsweise mehr als 6.000 Raketen, davon etwa 5.500 Kurzstreckenraketen. (APA/dpa)
aktualisiert: Sa, 04.02.2012 12:08


