Mindestens elf Tote bei neuen Unruhen in Ägypten
![]() Foto: APA (epa)/MOHAMED OMAR
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Kairo - Bei den jüngsten Protesten gegen den in Ägypten regierenden Militärrat unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi sind in mehreren Städten mindestens elf Menschen getötet worden. Dies verlautete am Samstag aus Sicherheitskreisen in Kairo. Der Militärrat veröffentlichte in der Nacht auf Samstag eine Erklärung, in der er die Ägypter zur Einigkeit aufrief und die gegenwärtige Situation als „gefährlichste und wichtigste Phase in der ägyptischen Geschichte“ bezeichnete.
Zehntausende hatten am Freitag den Rücktritt der Junta gefordert, die überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten des vor einem Jahr gestürzten Machthabers Hosni Mubaraks besteht. Auslöser der Massenproteste war das Blutbad in einem Fußballstadion von Port Said am Mittwoch, bei dem über siebzig Menschen getötet wurden. Viele werfen den Sicherheitskräften vor, dort absichtlich untätig gewesen zu sein.
Auf dem Kairoer zentralen Tahrir-Platz versammelten sich am Samstag wieder Hunderte Demonstranten. Viele forderten eine Reform der Polizeikräfte, andere aber auch gleich die Hinrichtung der Mitglieder des Militärrats.
Bei den Protesten am Freitag wurden alleine fünf Menschen in der Stadt Suez erschossen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Dort hatten Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen, die sich vor dem Polizeihauptquartier versammelt hatten. Insgesamt sechs Tote gab es am Freitag auch bei Protesten in Kairo vor dem Innenministerium. Bei den Opfern handelte es sich um fünf Demonstranten und einen Polizisten.
Forderung nach Neuwahlen
Nach zweitägigen schweren Ausschreitungen werden in Ägypten die Rufe nach einer vorgezogenen Präsidentenwahl immer lauter. Die Demokratiebewegung hat von der herrschenden Militärjunta unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi definitiv genug und fordert, dass rasch ein ziviler Präsident gewählt wird. Die Kairoer Zeitung „Al-Tahrir“ titelte am Samstag: „Das Land will einen Präsidenten.“ Nach dem bisherigen Fahrplan vorgesehen ist eigentlich, dass zunächst eine neue Verfassung durch das im Dezember und Jänner gewählte Parlament ausgearbeitet und dann im Juni ein neuer Staatspräsident gewählt wird. (APA/AFP/sda)


