Tirol im Kältestress-Test
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Spazierengehen - auch bei Minusgraden im zweistelligen Bereich. Die Tiroler scheinen für die Kälte gerüstet, wie die Video-Umfrage zeigt.Foto: Böhm
Foto: Thomas Boehm / TT
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Innsbruck - „Grundsätzlich bedeutet Kälte Stress. Man spricht daher von ‚Kältestress’. Im Sommer stehen wir unter wesentlich geringerer körperlicher Belastung als im Winter“, sagt der Arzt, Psychotherapeut und Psychologe Christian Schubert, Leiter des Instituts für Psychoneuroimmunologie an der Universität Innsbruck. „Wir gehen derzeit durch harte Zeiten“, so der Mediziner.
Erhöhter Energiebedarf aufgrund der nötigen Temperaturregulation belaste den Organismus, erklärt der Experte. Wer derzeit ein besonders hohes Schlafbedürfnis verspüre, dessen Körper reagiere auf die Zeichen der Natur: „Die veränderten Hell-Dunkel Rhythmen sind ein natürlicher Zeitgeber, man sollte dem nicht mit aller Kraft entgegensteuern“, so Schubert. Früher zu Bett gehen, mache durchaus Sinn, schließlich werde es früher dunkel.
Da der Organismus derzeit besonders strapaziert ist, wird das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch werde man grundsätzlich anfälliger für Krankheiten. Durch ausreichend Schlaf könne sich das Immunsystem aber wieder erholen.
„Bei so tiefen Außentemperaturen sollte man sorgfältig mit sich umgehen“, rät der Experte „Keine große Leistungsshow veranstalten“, empfiehlt Schubert, es sei denn man fühle sich danach.
Wie die Video-Umfrage zeigt, nehmen die Tiroler die Kälte recht gelassen. „Gutgelaunte, positive Menschen können sich besser an Außensituationen anpassen“, erklärt Schubert. Depressive Menschen würden hingegen auch stärker unter der Kälte leiden.
Bedürfnis nach Ruhe und Wärme
Viele Menschen fühlen sich derzeit zuhause am wohlsten. Das Zurückziehen in die Wärme und Ruhe der eigenen vier Wände tue Körper und Seele gut, bestätigt Schubert. Im Extremfall könne dieses Abkapseln aber auch Anzeichen einer depressiven Verstimmung sein. Was wiederum anfälliger für Krankheiten mache.
Ist jemand sehr häufig krank, könnten daher auch psychische Probleme eine Ursache sein. Psychologischen Rat könne man sich u.a. auch auf der Klinik holen. (tt.com)
aktualisiert: Do, 09.02.2012 14:21




