Sensationeller Dreifachsieg von Santorum: Vorwahlen wieder offen
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Der von vielen bereits abgeschriebene Rick Santorum mischt die Vorwahlen der Republikaner mit einem Überraschungserfolg auf.
Foto: EPA
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Washington – Mit einem sensationellen Dreifachsieg hat der ultrakonservative Außenseiter Rick Santorum den Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner für das Weiße Haus wieder spannend gemacht. Der Ex-Senator von Pennsylvania gewann am Dienstag (Ortszeit) die Vorwahlen in den US-Bundesstaaten Colorado, Minnesota und Missouri. Mit dem Hattrick deklassierte er den haushohen Favoriten Mitt Romney. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts muss jetzt länger als erwartet um die Nominierung zum Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama kämpfen.
Besonders deutlich fiel Santorums Sieg in Missouri aus. Er erreichte 55 Prozent der Stimmen, das waren mehr als doppelt so viel wie Romney mit 25 Prozent. In Minnesota errang Santorum 45 Prozent der Stimmen, Zweiter wurde in dem nördlichen Bundesstaat der texanische Senator Ron Paul mit 27 Prozent. Romney kam mit gerade einmal 17 Prozent nur auf den dritten Platz. Besonders überraschend war Santorums Sieg in Colorado, das im Vorfeld eigentlich als sicheres Romney-Terrain gegolten hatte. Santorum erzielte nach Parteiangaben 40 Prozent der Stimmen, Romney nur knapp 35 Prozent.
Santorum waren bisher kaum Chancen in dem Nominierungsrennen der Partei eingeräumt worden. Er hatte zwar Anfang Jänner die erste Vorwahl in Iowa mit hauchdünnem Vorsprung gewonnen, danach aber stets eher schwach abgeschnitten. Auch die landesweiten Umfragen sahen ihn deutlich im Nachteil. Doch nach dem Hattrick steht er nur plötzlich besser da als seine Kontrahenten. Santorum hält bei vier Vorwahl-Siegen, Romney bei drei und Gingrich bei einem. Bereits vor seinem Dreifach-Sieg hatte Santorum in einer landesweiten Umfrage deutlich an Boden gutmachen können. In der am Dienstag veröffentlichten Reuters/Ipsos-Umfrage kommt Romney auf 29 Prozent, Santorum liegt bei 18 Prozent (plus fünf Punkte im Vergleich zum Jänner).
In seiner Siegesrede am Dienstag unterstrich Santorum euphorisch, viel besser für die Präsidentschaftskandidatur geeignet zu sein als Romney, der im Kern die gleichen Positionen vertrete wie Obama. Dem Demokraten im Weißen Haus warf er vor, „niemals auf die Stimmen des Volkes“ zu hören. „Ich stehe hier als die konservative Alternative zu Barack Obama.“
Romney gratulierte Santorum zu dessen „guter Nacht“, gab sich aber weiter zuversichtlich, im August auf dem Parteitag der Republikaner zum Kandidaten gekürt zu werden. Bereits vor den Wahlen am Dienstag hatte sein Team versucht, die drohenden Niederlagen kleinzureden. „Wie unsere Kampagne von Beginn an sagte, wird Mitt Romney nicht jeden Wettbewerb gewinnen“, hieß es in einer an Reporter verschickten Erklärung. Romneys Team verwies auch darauf, dass John McCain 2008 zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählt worden war, obwohl er bei den Vorwahlen 19 Niederlagen kassiert hatte.
Santorums Siege sind ein erneuter Beleg für die derzeit stark wechselhaften Launen der Wähler. Während der als moderat geltende Romney breite Unterstützung in seiner Partei genießt, suchen die konservativeren Republikaner händeringend nach einer Alternative. Dabei konnten sie sich bisher aber offenbar weder für Santorum noch für Gingrich entscheiden. Auch Paul zieht weiterhin viele Unentschlossene auf seine Seite.
Größere Klarheit dürfte erst am 6. März der sogenannte „Super Tuesday“ bringen. Dann wird in zehn Bundesstaaten gleichzeitig abgestimmt. Die nächsten Vorwahlen sind am 28. Februar in Arizona und Michigan. Bereits am Samstag werden zudem die Ergebnisse einer mehrtägigen Abstimmung in Maine bekannt. (APA, dpa, AFP)
aktualisiert: Mi, 08.02.2012 20:04

