08.02.2012, 22:35  Aktualisiert: 09.02.2012, 07:41 
Landeck

Landecker Gemeinderat fand Kompromiss für Venet Bergbahnen

Der ganzjährige Betrieb der Venetbahn dürfte nach den Gemeinderatssitzungen in Landeck und Zams mittelfristig gesichert sein. Zams hat dem Antrag des Seilbahnunternehmens auf weitere Zuschüsse für fünf Jahre voll inhaltlich zugestimmt. Auch Landeck wird zusätzliches Geld zur Verfügung stellen, allerdings nicht im vollen Umfang und vorerst nur für drei Jahre.
Nach mehrstündigen Debatten fiel die Entscheidung im Landecker und Zammer Gemeinderat positiv aus - wenn auch nicht einstimmig.
Foto: toni zangerl

Landeck, Zams. Wegen akuter Finanznöte haben die Vorstände der Venet Bergbahnen AG einen Antrag an die Gemeinderäte von Landeck und Zams gestellt. „Der Betriebsabgang beträgt im laufenden Geschäftsjahr rund 550.000 Euro. Ein Teil davon ist durch zugesagte Mittel der Gemeinden und des Tourismusverbandes gedeckt“, heißt es in dem Schreiben. „Nicht dauerhaft finanziert ist ein Betrag von 400.000 Euro. Nach derzeitigem Stand ist auch in den nächsten Jahren mit einem Finanzbedarf zumindest in dieser Höhe zu rechnen. Nach Möglichkeit der Hauptaktionäre soll die Finanzierung für fünf Jahre von Seiten der Hauptaktionäre gesichert werden.“

In Zams sprach sich der Gemeinderat am Mittwochabend nach zweistündiger Debatte für den Vollbetrieb der Venetbahn und damit für weitere Subventionen in den nächsten fünf Jahren aus. Der Antrag wurde mit 12:3 Stimmen angenommen. Das heißt, Zams zahlt zusätzlich seinen 45-Prozent-Anteil von 400.000 Euro.

Die über weite Strecken sachliche Debatte in Landeck endete nach dreieinhalb Stunden mit einer Kompromissformel. Die Stadtgemeinde zahlt ihren 55-Prozent-Anteil zur Abdeckung des Betriebsabgangs nur heuer in vollem Umfang. 2013 wird der Beitrag mit 150.000 Euro gedeckelt, 2014 sind es nur noch 100.000 Euro. Sämtliche Mandatare von ÖVP und SPÖ haben für diese Lösung gestimmt, die drei Gegenstimmen kamen von der zweiköpfigen FPÖ-Fraktion und vom Grün-Mandatar.

Die ÖVP hatte zunächst für den vollen Beitrag im Sinne des Antragstellers Venet Bergbahnen AG plädiert, allerdings nur für die Dauer von drei Jahren. Die SPÖ hingegen stellte einen Beitrag von 100.000 Euro jährlich zur Diskussion. Mehr könne sich die Stadtgemeinde angesichts der angespannten Budgetlage nicht leisten, betonte Bürgermeister Bertl Stenico mehrmals.

Die FPÖ verwies auf die „katastrophale Finanzlage der Stadtgemeinde“ und schloss eine Zustimmung für weitere Zuschüssen an die Venet AG aus. Um eine Schließung des Seilbahnbetriebs zu vermeiden, schlug man die Veräußerung der Landecker Anteile am Unternehmen zum Preis von einem symbolischen Euro vor. Sollte sich kein Interessent finden, müsse die Venet AG liquidiert werden. Der Antrag wurde mit 17:2 Stimmen abgelehnt.

Eine wichtige Rolle hat in der Debatte das vorige Woche bekannt gewordene Angebot einer heimischen Unternehmergruppe gepielt. Die Gruppe hatte sich bereit erklärt, eine Million Euro zu investieren und 100 „Low-Budget-Schlafstellen“ im Bereich der Bergstation zu bauen. E5-Wanderer würden diese Quartiere nutzen, auch diverse Seminare, Ausbildungskurse und Workshops könnten ganzjährig am Berg angeboten werden. Die Umsätze bzw. Erträge würden zur Gänze der Venet Bergbahnen AG zur Verfügung gestellt.

Mehrere Mandatare von ÖVP und SPÖ erklärten, ohne dieses Angebot der Unternehmergruppe hätte man gegen weitere zusätzliche Zahlungen an die Venet Bergbahnen AG votieren müssen. Bisher haben die Gemeinderäte von Landeck und Zams in Zusammenhang mit der Venetbahn stets gleichlautende Beschlüsse getroffen. Da dies erstmals nicht der Fall ist, stehen neuerliche Verhandlungen mit potenziellen Partnern wie Tourismusverband und Unternehmern bevor. (hwe, mr)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 08.02.2012  22:35
aktualisiert: Do, 09.02.2012  07:41
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum