Wieder Dutzende Tote: Skrupelloses Morden in Homs hat kein Ende
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Es würden keine Truppen zur Unterstützung benötigt, sondern Waffen, sagte ein Kommandeur der Freien Syrischen Armee.
Foto: AP
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New York – Die Offensive der syrischen Regierungstruppen in der Stadt Homs hat erneut Dutzende von Toten gefordert. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabiya kamen am Donnerstag in der Früh 31 Menschen ums Leben. Am Vortag sollen in der Hochburg der Regimegegner 93 Menschen getötet worden sein.
Homs werde mit schweren Waffen beschossen, erklärte die in London ansässige Beobachtungsstelle. Die Zahl der Todesopfer werde noch steigen, da viele Leichen unter den Trümmern zerstörter Häuser lägen.
Humanitäre Lage „katastrophal“
Syrische Rebellen beschrieben die humanitäre Lage in Homs als „katastrophal“. Sie stünden einer der „schlimmsten Todesmaschinen der Welt“ gegenüber, sagte einer der Aufständischen. Bei einem via Internet nach Washington übertragenen Treffen nahe Damaskus forderten die Rebellen Waffenhilfe. Es würden keine Truppen benötigt, sondern Waffen, sagte ein Kommandeur der Freien Syrischen Armee.
Nach einem Besuch in Damaskus sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag, Assad habe ihm zugesichert, die Gewalt zu beenden. Der britische Regierungschef David Cameron sagte am Mittwoch, er habe nur „begrenztes Vertrauen“ in die Ergebnisse dieses Treffen.
Nach Angaben eines EU-Diplomaten werden derzeit die EU-Vertretungen in Jordanien und im Libanon verstärkt, um sich im Ernstfall um „einige tausend“ in Syrien lebenden Europäer zu kümmern. Die Türkei plant nach Worten von Außenminister Ahmet Davutoglu in Kürze eine internationale Konferenz zum Konflikt in Syrien.
Syrischer Nationalrat berät in Katar
Der Syrische Nationalrat wollte am Donnerstag im Golfemirat Katar beraten, wie das Blutvergießen gestoppt werden könnte. Der Rat setzt inzwischen stärker als bisher auf militärische Optionen. Unter anderem wird über die Bewaffnung von Deserteuren diskutiert. Außerdem soll in Katar nach Informationen aus Oppositionskreisen darüber abgestimmt werden, ob der Sorbonne-Professor Burhan Ghalioun weiterhin Vorsitzender des Rates sein soll.
Unter arabischen Diplomaten wird unterdessen erwogen, den von mehreren Oppositionsgruppen gegründeten Nationalrat als legitime Vertretung des syrischen Volkes anzuerkennen. Über diese Frage werde am Sonntag bei einem Treffen der Arabischen Liga in Kairo diskutiert, hieß es.
Ruf nach UNO-Beobachtern
Der Generalsekretär der Liga, der Ägypter Nabil Elaraby, hatte am Mittwoch bei den Vereinten Nationen angefragt, ob diese UNO-Beobachter nach Syrien schicken könnten, die dort dann gemeinsam mit arabischen Beobachtern arbeiten könnten. Über die Bitte um Kooperation werde in den kommenden Tagen im UN-Sicherheitsrat beraten. Dass das syrische Regime einer UN-Beobachtermission die Zustimmung erteilt, ist jedoch unwahrscheinlich.
Die im Dezember begonnene Beobachtermission der Liga erreichte nicht ihr Ziel, die Angriffe des Militärs auf die Zivilbevölkerung zu beenden und die Freilassung von politischen Gefangenen zu überwachen. Deshalb waren die Beobachter am Mittwoch von der Liga aufgefordert worden, Syrien zu verlassen. Nur ein kleiner Führungsstab wurde zurückgelassen. Für den Einsatz von UNO-Beobachtern gibt es allerdings bisher kein Mandat aus Syrien. (APA/AFP)
aktualisiert: Do, 09.02.2012 10:53


