10.02.2012
Rodel-WM

Alte Liebe rostet nicht

Bei der Kunstbahnrodel-WM in Altenberg (ab heute) hängen die Trauben hoch. Lediglich Österreichs Doppelsitzern ist Edelmetall zuzutrauen.
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43. Rodel-WM

Heute: Doppelsitzer 11 Uhr: 1. Lauf 12.20 Uhr: 2. Lauf Titelverteidiger: Andreas Linger und Wolfgang Linger (AUT)

Samstag: Einsitzer, Männer 11.05 Uhr: 1. Lauf 13.40 Uhr: 2. Lauf Titelverteidiger: Armin Zöggeler (ITA)

Sonntag: Einsitzer, Frauen 9.40 Uhr: 1. Lauf 11.30 Uhr: 2. Lauf Titelverteidiger: Tatjana Hüfner (GER) 13.40 Uhr: Staffel Titelverteidiger: kein Weltmeister – wegen technischer Probleme abgesagt

ORF Sport plus und ARD übertragen jeweils live aus Altenberg.

Infos zur Rodel-Weltmeisterschaft: www.rodelwm2012.de

Von Günter Almberger

Altenberg – Der Eiskanal in Altenberg und die rot-weiß-roten Rodler haben eine spezielle Beziehung zueinander. Vor allem seit dem Jahr 1996, als die erste Weltmeisterschaft auf der Bahn in Sachsen stattfand. Nicht weniger als drei Goldmedaillen heimste das ÖRV-Team damals ein: Markus Prock (Herren), Tobias und Markus Schiegl (Doppel) und die Mannschaft (A. Neuner, Tagwerker, Prock, Schmidt, die Schiegl-Cousins) stahlen damals den Hausherren die Show.

16 Jahre später, an diesem Wochenende, geht zum zweiten Mal die WM in Altenberg über die Bühne. Und bei aller Liebe zu dieser Bahn – drei Titel sind für die heimischen Kufenflitzer wohl außer Reichweite. Zu stark präsentierte sich zuletzt die Konkurrenz aus Deutschland. „Die Trauben hängen hoch für uns. Wir haben aber alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass für unsere Athleten das Umfeld passt. Jetzt muss sich jeder Sportler selbst an den Hörnern packen“, betont ÖRV-Chefcoach René Friedl.

Die heißesten Eisen im „Kühlschrank“ sind aus österreichischer Sicht die Brüder Andreas und Wolfgang Linger. Im Doppelsitzer-Bewerb gehen die Absamer heute (ab 11 Uhr) als Titelverteidiger an den Start. „Sie sind Doppel-Olympiasieger und -Weltmeister. Da kann es nur ein Ziel geben und das heißt Gold. Auch wenn Andreas in den letzten Tagen etwas mit einer Erkältung zu kämpfen hatte und das Training reduzieren musste, sprechen die Lingers um den Sieg mit“, erklärt Friedl, der auch dem zweiten Tiroler Duo Peter Penz/Georg Fischler einen Podest-Platz zutraut.

Weniger rosig sieht die Situation im Herren-Einsitzer aus. Das Quartett Reinhard Egger, Wolfgang Kindl, Daniel und Manuel Pfister kam in der bisherigen Saison nicht auf Touren, Spitzenplätze können die jungen Athleten in diesem Jahr noch keine vorweisen.

„Leider lief es für uns bis dato äußerst durchwachsen. Es wird schwierig“, strotzt Daniel Pfister nicht gerade vor Selbstvertrauen. Bei der WM vor drei Jahren in Lake Placid (USA) überraschte der Zillertaler mit Bronze, doch „dafür fehlt mir aktuell die Lockerheit. Mit zwei perfekten Durchgängen ist aber etwas drin.“

Von fehlender Lockerheit kann Nina Reithmayer (Einsitzer Damen) ein Lied singen. Zu verkrampft zeigte sich die Innsbruckerin zuletzt. „Das liegt jetzt hinter mir. Ich lass‘ mich nicht unterbuttern. Die Entwicklung stimmt“, zeigt sich die Olympia-Zweite von Vancouver zuversichtlich für das Rennen am Sonntag.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 10.02.2012
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