10.02.2012
Österreich

Religiöser Bau spaltet Gemeinde

Wegen eines buddhistischen Stupas ließ die Orts-FPÖ sogar die Koalition platzen.

Gföhl – „Kleine Stadt mit großem Herz“ nennt sich die nieder­österreichische Gemeinde Gföhl. Ob sich der Slogan auch auf Toleranz bezieht, wird der kommende Sonntag erweisen: Dann sind die Bürger der Waldviertler­ Gemeinde­ aufgerufen, über einen buddhistischen Stupa-Bau, der das größte Weltfriedens­denkmal Europas werden soll, zu entscheiden­. Das Projekt ist nicht unumstritten, die Stadt-FPÖ ließ deshalb sogar die Koalition mit der ÖVP platzen.

Dem Wortlaut nach geht es in der Volksbefragung darum, ob das betreffende Grundstück für den Sakralbau umgewidmet werden soll. Bürger­meister Karl Simlinger­ (ÖVP), der für das Vorhaben eintritt und sich nicht zuletzt auch touristische Impulse erwartet, hofft auf die Zustimmung der Bevölkerung. Die Meinung sei aber geteilt, ein Ergebnis daher für ihn nicht abschätzbar, meinte er. Zudem sei auch nicht vorauszusehen, ob überhaupt mindestens 50 Prozent und damit genügend Wahlberechtigte an der Befragung teilnehmen.

Hinter dem Projekt stehen die Lotos-Lindmayer-Privatstiftung und der Pyung Hwa Sa Friedensverein, Projektleiter ist der südkoreanische Mönch Bop Jon Sunim. Neben dem Stupa mit einer Halle für 100 bis 150 Personen ist auf dem zwei Hektar großen Areal ein rund 600 Quadratmeter großes Gebäude mit Gemeinschaftsräumen, Wohnstudios für die Ordensmönche und -nonnen sowie Meditationsräumen geplant. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 10.02.2012
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