Präsidentschaftskandidatur: Sarkozy bringt sich in Stellung
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Für den französischen Präsidenten gibt es keine Zweifel: Auch nach 35 Jahren Betrieb ist das älteste Kraftwerk des Landes gut in Schuss und sicher.
Foto: EPA
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Paris - Mit einer Serie von Vorschlägen hat sich der französische Staatschef Nicolas Sarkozy am Donnerstag für eine baldige Präsidentschaftskandidatur in Stellung gebracht. In einem Interview mit dem „Figaro Magazine“ grenzte der Präsident sich gegen den sozialistischen Kandidaten François Hollande ab und sprach sich etwa gegen die Homo-Ehe aus. Laut Presseberichten könnte Sarkozy seine Kandidatur nächste Woche verkünden.
Der Präsident lehnte in dem Interview nicht nur die Homo-Ehe, sondern auch ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ab. Außerdem sprach er sich gegen das Recht auf Sterbehilfe und das Wahlrecht für Nicht-EU-Ausländer bei Kommunalwahlen aus, das Hollande befürwortet. „Dafür ist jetzt wirklich nicht der richtige Augenblick mit all den Risiken, die mit dem Anstieg des Multi-Kulturalismus verbunden sind“, sagte Sarkozy. Die Grünen-Präsidentschaftskandidatin Eva Joly kritisierte, dass der Staatschef mit seiner Rhetorik im Gebiet der rechtsextremen Front National „wildere“.
Der Präsident schlug außerdem eine Neuregelung des Arbeitslosenrechts vor. Arbeitslosen, die eine Umschuldung oder gemeinnützigen Dienst ablehnten, sollten die Hilfen gestrichen werden. Darüber solle in einem Referendum entschieden werden. Die rechtsextreme Front National, deren Chefin Marine Le Pen sich ebenfalls für Volksbefragungen einsetzt, sah in dem Vorstoß ein „erbärmliches Wahlmanöver“.
Bereits am Mittag hatte Sarkozy sich bei einem Besuch im umstrittenen AKW Fessenheim mit deutlichen Äußerungen zur Atomkraft von Hollande abgegrenzt. „Man wird dieses Atomkraftwerk nicht schließen, das steht außer Frage“, sagte der Präsident. Hollande hatte eine Stilllegung von Fessenheim angekündigt, wenn er im Mai gewählt wird.
Der 57-Jährige liegt in Umfragen seit Monaten vor Sarkozy. Der Sozialist stellte bereits sein Programm vor und hielt eine erste Wahlkampfkundgebung ab. Sarkozy war deshalb auch von seiner konservativen Regierungsmehrheit gedrängt worden, nicht noch länger mit der Ankündigung seiner Kandidatur zu warten. Ursprünglich wollte der Präsident seine Kandidatur erst Ende Februar oder Anfang März offiziell machen. Laut einem Bericht der Zeitung „Le Monde“ könnte er sich nun bereits Ende nächster Woche erklären, möglicherweise am Donnerstag.
Indirekt deutete Sarkozy auch selbst eine frühere Ankündigung an. „Ich danke denen meiner Freunde, die denken, ich hätte den Wahlkampf früher beginnen müssen. Vielleicht haben Sie Recht?“, sagte er in dem „Figaro“-Interview. Das Datum für sein bereits in einem Fernsehinterview angekündigtes Rendezvous mit den Franzosen rücke näher. (APA/AFP)
aktualisiert: Do, 09.02.2012 19:43


