14.02.2012
Innsbruck Land

Axamer Wampeler scharren in den Startlöchern

Seit Wochen sind die Axamer Fasnachtsfiguren beim „Banden giahn“ unterwegs. Am Donnerstag wandern die Wampeler durch den Ort.

Von Thomas Buchner

Axams – Über die Stiege geht es hinunter in den Keller des Axamer Vereinsheimes. Eine unscheinbare Tür geht auf, dahinter ist jedoch die Kostümbörse des Wampelervereins Axams seit Wochen in vollem Gange. Obmann Thomas Larl und „Wampelervater“ Gerhard Gamper brüten gerade über der Planung für den Unsinnigen Donnerstag und unterhalten sich über die kostbaren Holzmasken.

„Bis zu dreihundert Euro kosten die Masken von bekannten Schnitzern“, erzählt Larl und kramt stolz einige besonders schöne Exemplare hervor, die in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geschnitzt worden sind. Im Fundus des Wampelervereins befinden sich aktuell an die hundert Holzmasken von Tuxern, Wampelern und Flitschelern. „Hauptsächlich jüngere Axamer leihen sich die Masken bei uns aus“, freut sich Larl, dass der Fasnachtsbrauch auch durch die jüngere Generation weitergetragen wird. Die älteren Fasnachtsfans haben meistens ihre eigenen Masken zuhause – mindestens 700 Masken sollen sich so in den Kellern der Axamer angesammelt haben, schätzen Larl und Gamper.

Die Fasnacht beginnt in Axams nach dem Dreikönigstag und dauert heuer sechs Wochen. In dieser Zeit haben alle Axamer die Möglichkeit, sich Masken auszuborgen und damit bei dem wöchentlich stattfindenden „Banden giahn“ mitzumachen. „Bei uns dürfen auch Frauen mitgehen“, hebt Larl eine Besonderheit der Axamer Fasnacht hervor – allerdings sind die Figuren des Tuxers und des Wampelers davon ausgenommen. Diese bleiben dann doch den Männern vorbehalten.

Beim „Banden giahn“ ziehen die Fasnachtstruppen mit Musikanten von Lokal zu Lokal, wobei die Figur des Wampelers, die es nur im Sellrain und im westlichen Mittelgebirge gibt, im Mittelpunkt des Geschehens steht. Der Legende nach ist die Jahrhunderte alte Figur des Wampelers den vorchristlicher Bärenfängern und Wolfsjägern nachempfunden und symbolisiert den Winter, der seine letzten Kräfte mobilisiert und gegen den Frühling ankämpft.

Seit den 70er Jahren sind die Axamer Wampeler in einem Verein organisiert, die frühesten Aufzeichnungen reichen allerdings bis in das 16. Jahrhundert zurück – damals wollte die Kirche dem närrischen Treiben einen Riegel vorschieben. Heute ist die Kirche mit der Fasnacht im Reinen und so geht auch heuer wieder der Fasnachtshöhepunkt über die Bühne. Am Vormittag werden in den Tennen der Axamer Bauern die Wampelerkostüme ausgestopft, um am Nachmittag durch den Ort zu ziehen. Mehr Infos über die Axamer Fasnacht und Termine sind unter www.wampelerreiten.at zu finden.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 14.02.2012
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