Argentinien unter Schock: 49 Tote und 675 Verletzte bei Zugunglück
Buenos Aires - Nach dem schweren Zugunglück mit 49 Toten und 675 Verletzten suchen Argentiniens Behörden nach der Ursache der Tragödie. .Wie Vertreter des Zivilschutzes am Mittwoch mitteilten, waren unter den Opfern 200 Schwerverletzte. Der mit 2.000 Menschen besetzte Zug war am Mittwoch in der Früh mit rund 20 Stundenkilometern in den Kopfbahnhof Once in Buenos Aires eingefahren und dort ungebremst gegen einen Prellbock gestoßen. Unter den Toten war ein Kind.
„Wir wissen nicht, was auf den letzten 40 Metern passiert ist. Der Zug hat nicht gehalten“, sagte Verkehrsminister Juan Pablo Schiavi am Mittwoch (Ortszeit) Stunden nach dem Unglück bei einer Pressekonferenz. Es gebe viel zu untersuchen.
Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner ordneten zwei Tage Staatstrauer an.
Die Feuerwehr brauchte Stunden, um eingeklemmte Passagiere aus den demolierten Waggons zu befreien. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der zweite Waggon mehrere Meter in den ersten hineingeschoben. „Ich hörte Festerscheiben bersten, Menschen schreien, einige stürzten auf mich“, beschrieb ein Passagier die chaotischen Szenen.
Der Zug fuhr auf der Sarmiento-Linie, die westliche Vororte von Buenos Aires verbindet. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren nach Angaben des Ministers 1200 bis 1500 Fahrgäste in dem Zug. Schiavi hatte am Anfang einen Bremsendefekt als Unglücksursache vermutet. Vor allem die ersten beiden Waggons waren stark besetzt. Dort stiegen viele Pendler ein, damit sie dann im Bahnhof möglichst weit vorne aussteigen konnten, um rasch zu U-Bahnen und Bussen zu gelangen.
Das Unglück ereignete sich in der morgendlichen Hauptverkehrszeit. Die Verletzten wurden auf rund ein Dutzend Krankenhäuser der Umgebung verteilt, zahlreiche Krankenwagen waren im Einsatz. Der Bahnhof Once liegt im Balvanera, einem Stadtteil der Millionenstadt Buenos Aires, und wird täglich von hunderttausenden Passagieren genutzt. Im September vergangenen Jahres waren in Buenos Aires bei einem Unfall mit zwei Nahverkehrszügen und einem Bus elf Menschen tödlich verunglückt. (dpa)
aktualisiert: Do, 23.02.2012 06:18


