Materialfehler als Ursache von Ammoniak-Leck
Ein Materialfehler in einem Pumpenflansch gilt laut „Wiener Kühlhaus“ als wahrscheinliche Ursache jenes Lecks in einer Ammoniakleitung, das am Dienstagabend im Bezirk Landstraße für einen Großeinsatz gesorgt hat. Aufgrund der austretenden Chemikalie wurde die Umgebung teilweise evakuiert, zudem wurden die Anrainer aufgefordert, in den Wohnungen zu bleiben.
Schließlich gelang es, das daumengroße Loch abzudichten. Keiner der 62 medizinisch behandelten Personen wurde schwer verletzt. Von den Verletzten wurden zwölf ambulant behandelt, 50 in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Laut KAV-Sprecherin Lindner wurden 18 stationär aufgenommen. „Glücklicherweise ist keiner von ihnen schwer verletzt.“
Kurzfristig gab es am Mittwochvormittag neue Aufregung, als von der benachbarten Filiale des Textil-Handelunternehmens Astro am Franzosengraben 9 gegen 11.15 Uhr die Rettung alarmiert wurde. Laut deren Sprecher wurden zehn Leichtverletzte behandelt, einer davon ins Spital eingeliefert. Die Feuerwehr ermittelte bei ihren Messungen eine Ammoniak-Konzentration, die - zumindest zu diesem Zeitpunkt - unter dem Normalwert lag.
Am Vortag war die Feuerwehr kurz vor 18.00 Uhr alarmiert worden. Menschen klagten über Augenschmerzen und Atemnot. An die Anrainer wurde appelliert, die Fenster geschlossen zu halten und in den Wohnungen zu bleiben. Straßen wurden großräumig gesperrt, die Leute per Lautsprecher aufgefordert, die Straßen zu verlassen. Die Feuerwehr löste Alarmstufe zwei aus und war mit etwa 80 Mann sowie ihren spezialisierten Chemikern im Einsatz.
Gegen 20.45 Uhr wurde das Leck von Technikern der Firma „Wiener Kühlhaus“ in Zusammenarbeit mit den Experten der Feuerwehr, ausgerüstet mit Gasschutzanzügen, abgedichtet. Wie Feuerwehroffizier Feiler am Mittwoch der APA sagte, war das Leck in der Nähe eines Flansches entstanden. Das Ammoniak trat „hochgradig“ aus.
In der Arena wurde das Konzert der Gruppe Eisbrecher abgesagt, das nahe Etap-Hotel auf dem Franzosengraben geräumt, die evakuierten Gäste in anderen Häusern untergebracht. Nach Ende der Vorstellung des Musicals „Cats“ im Zelt auf dem Medienareal Neu Marx sorgten Einsatzkräfte für eine rasche Abreise der Besucher.
aktualisiert: Mi, 22.02.2012 15:20


