Nikolsdorfer fürchten um Fluggäste
Von Catharina Oblasser
Lienz – „Wir sind dabei, wir bemühen uns, aber mehr kann ich dazu nicht sagen“, zeigt sich Josef Mair, Bürgermeister von Dölsach und Planungsverbandsobmann, reserviert. Mit 31. März 2012 läuft nämlich der Vertrag aus, mit dem der Tourismusverband Osttirol (TVB) als Betreiber für den Flugplatz Nikolsdorf auftritt. Der Gemeindeverband Lienz-Umgebung, zu dem auch Nikolsdorf gehört, soll neue Betreiber finden. Ob der große Wurf unmittelbar bevorsteht oder der Verband vielmehr bei der Lösung auf der Stelle tritt, lässt sich aus Mairs eisernem Schweigen nicht deuten.
Für Wolfgang Steiner, Vermieter in Nikolsdorf, brennt die Sache jedenfalls auf den Nägeln, wie er im Rahmen der TVB-Generalversammlung klarstellte. Denn rund um Ostern, also ab 1. April, beginnt die Fliegersaison. „Nikolsdorf ist zu dieser Zeit voll gebucht. Wenn der Platz dann nicht funktioniert, waren diese Gäste das letzte Mal bei uns.“ Die Nächtigungszahlen in der östlichsten Gemeinde Tirols sind zwar niedrig, dennoch entfallen etwa 70 Prozent auf die Hobbyflieger, die zu Ostern und Pfingsten den Himmel über Osttirol erobern. Falls sich keine neue Betreibergesellschaft finde, sollte der TVB seinen Vertrag verlängern, fordert Steiner.
Werner Frömel, Aufsichtsratsvorsitzender des TVB, meint dazu: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich bis 31. März jemand auftreiben lässt.“ Dennoch sieht Frömel keinen Grund zur Sorge: „Wir haben in zwei bis drei Wochen Aufsichtsratssitzung. Da können wir, wenn nötig, beschließen, weitere drei oder auch sechs Monate als Betreiber zu fungieren.“ Für den Flughafen gibt es verschiedene Ausbauvarianten, doch bisher ist unklar, woher das Geld dafür kommen soll.
Für Nachwehen sorgte die TVB-Sitzung noch einige Tage nachher. Der oberste Tourismusbeamte Gerhard Föger hatte den streitbaren Hotelier Pepi Kreuzer vor allen Teilnehmern ein „grantiges Rumpelstilzchen“ genannt. FPÖ-Chef Gerald Hauser fordert von Föger eine Entschuldigung: „Das steht einem Beamten nicht zu.“


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