27.02.2012, 14:08  Aktualisiert: 27.02.2012, 14:16 
Pensionen

Private Altersvorsorge soll attraktiver werden

Vizekanzler Spindelegger habe Finanzministerin Maria Fekter (V) dazu beauftragt, „alternative Modelle“ zu entwickeln. Angedacht werden steuerliche Anreize und geänderte Auflagen.
Durch das Sparpaket werden neben dem Bausparen auch bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge noch heuer Einschnitte erfolgen.
Foto: dpa/Oliver Berg

Wien - Nachdem es durch das Sparpaket bei der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge zu drastischen Einschnitten bei der staatlichen Förderung kommt, möchte ÖVP-Chef Michael Spindelegger die private und betriebliche Altersvorsorge auf andere Weise attraktiver machen. Der Vizekanzler habe Finanzministerin Maria Fekter (V) dazu beauftragt, „alternative Modelle“ zu entwickeln, berichtet die „Kronenzeitung“.

Für die ebenfalls mit Einschnitten konfrontierten Bausparkassen gibt es von Seiten der ÖVP keinen Auftrag an das Finanzministerium. „Die Vorschläge beziehen sich primär auf die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge“, sagte der Sprecher von Spindelegger, Thomas Schmid, am Montag auf.

Steuerliche Anreize

Spindelegger habe Fekter beauftragt, „in Gesprächen mit der Versicherungswirtschaft attraktive und alternative Modelle bei der Zukunftsvorsorge zu entwickeln“, schreibt die Zeitung. Eine Verbesserung der bisherigen Angebote soll durch steuerliche Anreize und durch Veränderungen bei den Auflagen erreicht werden.

Spindelegger erwarte, dass man noch heuer zu einem Ergebnis kommt. In der ÖVP gehe man aber von schwierigen Verhandlungen mit dem Koalitionspartner aus, heißt es im Bericht.

„Die dritte Säule, also die private Altersvorsorge, ist ein wichtiges Element. Zumal wir davon ausgehen können, dass die erste Säule, also die staatliche Pension, in Zukunft nicht unbedingt größer werden wird“, wird der ÖVP-Chef zitiert.

Einschnitte noch heuer

Durch das Sparpaket werden wie berichtet neben dem Bausparen auch bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge noch heuer Einschnitte erfolgen. Für 2012 geleistete Eigenbeiträge soll der Prozentsatz der staatlichen Förderung statt bisher 8,5 Prozent nur mehr 4,25 Prozent ausmachen. Zur prämiengeförderten Zukunftsvorsorge, wo die Regierung 43 Mio. Euro jährliches Einsparvolumen berechnet hatte, laufen mehr als 1,5 Millionen Verträge - über 90 Prozent bei einer Versicherung, der Rest bei Kapitalanlagegesellschaften.

Die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge wurde vor knapp zehn Jahren, im Herbst 2002, eingeführt. Die Förderobergrenze orientiert sich an der Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung. Die maximal mögliche Prämie liegt 2012 bei 198,04 Euro im Jahr. Die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung beträgt momentan 2.329,88 Euro.

Versicherungen sehen die Kürzungspläne zur Zukunftsvorsorge als „Schritt in die falsche Richtung“ und „schlechtes Signal“, das dem Vorsorgegedanken nicht Rechnung trage. Eine kapitalgedeckte Altersvorsorge entlaste langfristig den Staatshaushalt, erhöhe durch die Verrentung die Kaufkraft der Pensionisten und nehme damit einen Finanzierungsdruck vom staatlichen Umlagesystem. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 27.02.2012  14:08
aktualisiert: Mo, 27.02.2012  14:16
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