„Ausfall der Sanitäranlagen war das größte Problem an Bord“
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„Costa Allegra“-Passagierin Sigrid-Maria Größing nach ihrer Ankunft am Flughafen Schwechat.
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER
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Victoria – Nach drei Tagen und Nächten in tropischer Hitze, ohne Klimaanlage und mit blockierten Toiletten auf dem havarierten und dann abgeschleppten Kreuzfahrtschiff „Costa Allegra“ sind am Freitag zahlreiche Passagiere in ihre Heimat zurückgekehrt.
35 der 97 Österreicher kamen in der Früh auf dem Flughafen Wien in Schwechat an. Die gecharterte Boeing 737-800 der italienischen Neosair (Kurs NO 355) aus Mahe über Luxor landete um 6.37 Uhr. Zwei der „Heimkehrerinnen“ zeigten sich in Gesprächen mit Journalisten sehr entspannt. Das größte Problem an Bord sei der Ausfall der Sanitäranlagen gewesen.
Kabinen wegen der Hitze „unbrauchbar“
Sie werde auf jeden Fall „weiter“ Schiffsreisen unternehmen, machte Micheline Bauma aus Lichtenau im Walviertel unmissverständlich klar. Panik an Bord der „Costa Allegra“ habe es „absolut nicht“ gegeben. „Wasser und die Toiletten“ seien die Probleme gewesen. Alles andere bezeichnete die Niederösterreicherin sogar als „ganz normal“. Geschlafen hätten die meisten Passagiere an Deck. Die Kabinen seien wegen der Hitze nach dem Ausfall des Stroms „unbrauchbar“ gewesen.
Die „chemische Situation“, die „Dunkelheit“ unter Deck und „mangelnde Information“ nannte Sigrid-Maria Größing aus Großgmain bei Salzburg als Probleme. Bei der Ankunft auf den Seychellen sei man sich „letztlich gerettet“ vorgekommen.
„Sprint zu den Duschen“
Als einen „Sprint zu den Duschen“ bezeichnete Micheline Bauma die erste Tat nach der Ankunft der „Costa Allegra“ auf den Seychellen. Danach habe sie sich einen Kaffee gegönnt. Sie habe eine Rundreise, „keinen Badeurlaub“ machen wollen, begründete die Waldviertlerin ihre vorzeitige Heimkehr. Es sei ihr auch nach der Havarie „nie schlecht gegangen“.
Gerüchte der vergangenen Tage über Zwischenfälle an Bord bezeichnete Micheline Bauma wörtlich als „Schwachsinn“. Schlägereien habe es „vielleicht auf einem anderen Schiff“ gegeben. „Bei uns nicht.“ Die Besatzung sei um die Passagiere sehr bemüht gewesen. Gefahr habe sie nicht verspürt, so die Niederösterreicherin. Die Situation an Bord sei „absolut nicht so tragisch“ gewesen, „wie man es dargestellt hat“. Klar sei, „ohne Strom geht nichts“.
„Sandwichtage“ an Bord
„Ja, schon“, meinte Sigrid-Maria Größing auf die Frage, ob sie wieder eine Kreuzfahrt zu unternehmen gedenke. Die vorgesehene Route der „Costa Allegra“ wäre „äußerst interessant“ gewesen. Nach der Havarie habe es „Sandwichtage“ an Bord gegeben. Die Brote seien zunächst gut, in der Folge spärlicher belegt gewesen. Auf den Seychellen habe es dann ein „sehr gutes Mittagessen“ gegeben, so die Salzburgerin, die außerdem anmerkte: „Sie können sich nicht vorstellen, wie glücklich ein Mensch mit einer kühlen Dusche sein kann.“
Sigrid-Maria Größing zählte mit ihrem Mann zu den - wenigen - Passagieren, die auch nach der Havarie und dem Stromausfall in der Kabine geschlafen haben. An Deck sei nicht möglich gewesen, „weil wir es mit dem Kreuz zu tun haben“. Die Toiletten hätten letztlich freilich „bestialisch gestunken“.
Der „Costa Allegra“-Kapitän hat sich der Salzburgerin zufolge nur „einmal“ unter den Leuten gezeigt. Öfter wäre möglicherweise gefährlich gewesen, mutmaßte sie. Vor allem italienische Passagiere hätten ihn möglicherweise „in die Mangel genommen“.
Zwei kleine Zwischenfälle
Der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, sagte auf dem Flughafen Wien, dass an Bord der „Costa Allegra“ keine Österreicher verletzt worden seien. Zwei kleine Zwischenfälle habe es nach der Ankunft auf den Seychellen gegeben. Eine Frau sei kollabiert, eine weitere in einen kleinen Teich gestürzt. Letztere habe sich dabei eine Wunde an einem Bein zugezogen. Die Verletzung musste versorgt werden. Die Frau habe in der Folge die Heimreise angetreten. Die andere habe - schon vor dem Kollaps - das Angebot angenommen, auf den Seychellen zu bleiben. (APA)
aktualisiert: Fr, 02.03.2012 10:24


