„Plastiki“ begab sich auf Anti-Müll-Törn
San Francisco – 12.500 Plastikflaschen gehen auf große Fahrt: Am Samstag ist die „Plastiki“, ein aus Plastikmüll gebauter Katamaran, von San Francisco aus in See gestochen. „Und wir sind weg. Die Expedition beginnt“, twitterte Initiator und Skipper David de Rothschild. Mit seiner fünfköpfigen Crew will der Öko-Aktivist in drei Monaten nach Australien segeln.
Die Idee, Plastikflaschen auf neue Weise wiederzuverwerten, kam dem britischen Bankierssohn, Abenteurer und Umweltschützer vor wenigen Jahren, als ein Bericht über die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll Schlagzeilen machte.
Der 31-Jährige trommelte Techniker und Designer zusammen, die mit ausgedienten PET-Flaschen experimentierten. Sie wurden eingeschmolzen, verhärtet, gepresst und zu Stoff verwoben. Die Botschaft der ungewöhnlichen Flaschenpost an die Wegwerfgesellschaft: Abfall wiederverwerten und die Verschmutzung der Meere stoppen.
Fast alles an der „Plastiki“ ist am Ende der Reise wiederverwertbar. Der 20 Meter lange Bootsrumpf ist mit 12.500 Zweiliter-Plastikflaschen ummantelt. Die zwei Aluminiummasten waren früher Bewässerungsrohre. Sogar der Klebstoff, der Teile der „Plastiki“ zusammenhält, ist umweltfreundlich aus Cashewnüssen und Zucker.
„Eine Welt ohne Plastik wird es nicht mehr geben, aber statt das Zeug zu verteufeln, sollten wir lernen, es zu benutzen und zu recyceln“, so de Rothschild. (APA/dpa)


