Mehr als nur Äußerlichkeiten, es ist eine Frage des Stils
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Schlechte Frisur und Tätowierungen: Zlatan Ibrahimovic (l.) kann beides vorweisen.
Foto: EPA
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Innsbruck - Fußball ist auch eine Frage des Stils. Nein, wir reden hier nicht von „Tiki-Taka“ oder „Kick and Rush“. Auch nicht von kämpfen oder Hacke, Spitze, 1, 2, 3. Wir vernachlässigen heute die inneren Fußballer-Werte und konzentrieren uns auf die Äußeren.
Was waren das noch für Zeiten, als im Gesicht der Spieler die Haare sprießen durften. Speziell im Bereich zwischen Oberlippe und Nase war Wildwuchs erlaubt. Was heißt erlaubt? Eigentlich verpflichtend! Egal ob Herbert Prohaska, Hans Krankl oder Walter Schachner von der 78er-Cordoba-Generation, ohne Schnauzer ging gar nichts! Manche davon waren länger als die Hosen, die die Spieler zu dieser Zeit tragen mussten.
Der Schnauzer, umgangssprachlich auch „Rotzbremse“ oder „Pornobalken“ genannt, hielt sich hartnäckig. Selbst bei der WM 1990 durfte der mehr oder weniger gestutzte Bart nicht fehlen. Man erinnere sich nur an Robert Pecl oder Manfred Linzmaier. Das „Must-Have“ zu dieser Zeit war allerdings der Vokuhila (vorne-kurz-hinten-lang)-Haarschnitt. Das war zu dieser Zeit keine Frisur, sondern ein Lebensgefühl! Kurt Russ und Gerhard Rodax lassen grüßen.
Abgesehen von Toni Polsters „Matte“ und einigen „Pagenschnitt“-Trägern „normalisierte“ sich das Frisuren- und Bart-Verhalten rund um die Weltmeisterschaft 1998. Zu dieser Zeit setzten junge Frauen einen neuen Trend. Wer was auf sich hielt, ließ sich über dem Steißbein tätowieren. „Arschgeweih“ oder „Schlampenstempel“ waren noch freundliche Etiketten, mit denen diese Frauen versehen wurden.
Dennoch waren diese Frauen eine Art Wegbereiterinnen für den heutigen Fußballer. Ein Kicker ohne Tätowierung ist wie ein Radfahrer ohne Rad. Bei einigen EM-Stars hat man das Gefühl, dass sie Malen nach Zahlen auf ihrem Körper ausprobiert haben. Alles darf rauf auf die Haut: Von der Mama über die unehelichen Kindern bis hin zum aktuellen Klub (bei manchen gibt‘s schon Platzprobleme). Einige sollen sogar den Tätowierer öfter als den Trainer sehen.
Wie Wayne Rooney am besten zeigt, kann man eine schlechte Frisur beheben. Auch über einen Bad-Hair-Day kann man den Mantel des Schweigens hüllen. Doch die „Kriegsbemalung“ auf der Haut bleibt für immer! Eine Frage des Stils eben. (alm)
aktualisiert: Sa, 16.06.2012 19:51

