Nach Märk-Abberufung: ÖVP wirft SPÖ „kommunistische Gangart“ vor
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Märk hätte sein Amt am 1. Oktober antreten sollen. Nun wird die Position neu ausgeschrieben.
Foto: christoph ursprunger
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Wien - Die am späten Freitagnachmittag verkündete Abberufung des designierten Rektors der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol, Elmar Märk, stößt bei der ÖVP weiter auf Protest. „SPÖ-Personalpolitik scheint nach dem Motto ‚Parteibuch oder Maulkorb‘ abzulaufen“, kritisierte ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch in einer Aussendung am Samstag und unterstellte dem Koalitionspartner eine „kommunistische Gangart“. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) reihe sich nahtlos in die Riege von SP-Politikern ein, „die Meinungsfreiheit als zu verhinderndes Übel ansehen“.
Märk war von Schmied noch vor Amtsantritt abberufen worden, weil er sich in einem APA-Interview für die langfristige Integration der Lehrerausbildung in die Universitäten ausgesprochen hatte. Es sei ein „sinnvolles Ziel“, die Lehrerausbildung in „zehn bis fünfzehn Jahren unter dem Dach der Universität“ anzubieten, hatte er am Mittwoch erklärt. Gleichzeitig betonte er, dass sich an der Ausbildung der angehenden Lehrer ab Herbst nichts ändern werde. Schmied ließ daraufhin jedoch die Abberufung Märks verkünden: Wegen der „öffentlich getätigten Aussagen zur Zukunft der Pädagogischen Hochschulen“ sei das „Vertrauensverhältnis“ des Unterrichtsministeriums zu Märk nicht mehr gegeben, hieß es am Freitag.
Rauch verglich die Vorgehensweise Schmieds mit dem (letztlich gescheiterten) Versuch von Verteidigungsminister Norbert Darabos (S), Generalstabschef Edmund Entacher nach Kritik an der geplanten Abschaffung der Wehrpflicht abzuberufen und mit der umstrittenen Neubesetzung der Spitzenposition im Wiener Arbeitsmarktservice. „Kommunistische Gangart statt Meinungsfreiheit, das ist Personalpolitik Marke SPÖ“, kritisierte Rauch.
Kritik an Postenvergabe auch in Wien
Kritik an der Personalpolitik von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) gibt es nun auch im Zusammenhang mit der Pädagogischen Hochschule (PH) Wien. Hier hatte Schmied am Freitag Ruth Petz zur Rektorin ernannt. Die frühere Abteilungsleiterin im Wiener Stadtschulrat gilt als Kandidatin der Wiener SPÖ. Als Favoritin Schmieds war im Vorfeld die Innsbrucker Bildungswissenschafterin Ilse Schrittesser kolportiert worden. Schrittesser bezeichnete die Personalentscheidung am Samstag im Ö1-Mittagsjournal als Schritt der Hochschule in Richtung „parteipolitischer Einfluss“.
Schrittesser, sie ist Institutsleiterin für Lehr- und Lernforschung an der Universität Innsbruck, gibt an, zur Bewerbung eingeladen worden zu sein. „Selber wäre ich auf diese Bewerbung gar nicht gekommen, wenn man mir nicht in Aussicht gestellt hätte, dass es hier viel Gestaltungsspielraum und viele Möglichkeiten gibt, die Lehrerbildung, die in Österreich auf gute Beine gestellt gehört, neu und wesentlich mitzugestalten“, sagte Schrittesser. Sie geht davon aus, dass sich bei der Entscheidung für Petz der Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (S) durchgesetzt hat. „Oxonitsch hat mir gerade heraus gesagt, dass er eine wissenschaftliche Orientierung einer Lehrerbildung gar nicht für vorrangig hält“, so Schrittesser. (APA)
aktualisiert: Sa, 21.07.2012 13:02


