Österreicher wohnen gemeinsam, zahlen getrennt
Strenge Rechnung: Die Österreicher wohnen zwar gerne zusammen, die Hälfte bevorzugt jedoch ein getrenntes Bankkonto. Nur noch 38 Prozent entschließen sich zur Führung eines gemeinsamen, wie eine Trendstudie zeigt. Das sogenannte Drittkonto, mit dem gemeinsame Kosten abgedeckt werden, wird immer weniger eingesetzt (neun Prozent).
Geld ist in Partnerschaften ein hochsensibles Thema und der zweithäufigste Anlass ernsthafter Beziehungsprobleme bis hin zur Trennung. So legen viele auch im Zusammenleben mit einem Partner ungern ihre Einkommenshöhe offen (38 Prozent).
Gerade beim Gemeinschaftskonto zeigen sich zudem deutlich die gesellschaftlichen Veränderungen, denn nur die über 50-Jährigen stehen zu 50 Prozent zum gemeinsamen Konto. Je jünger, desto eher werden getrennte Bankkonten geführt. Knapp 80 Prozent der jungen Paare unter 30 haben getrennte Konten und nur mehr 18 Prozent ein gemeinsames Bankkonto.
Bei der Entscheidungsfindung größerer Anschaffungen hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert: „Vor zehn Jahren waren weniger als zehn Prozent der Frauen in die ultimative Entscheidung über den Kauf von Auto oder Wohnungseinrichtung eingebunden. Heute zählen diese beiden zu den Top-Gemeinschaftsentscheidungen“, sagte Baidinger.
Dazu gehört der gesamte Ausstattungsbereich, vom Bodenbelag über die Wandfarbe bis zu den Fliesen. Nur der Dekobereich ist noch immer eine Domäne der Frauen. Männer lassen sich dagegen beim Kauf von Handwerksmaterialien nicht gerne reinreden. Die Anschaffung von Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten sowie Laptop oder PC wird weitgehend gemeinsam entschieden. Grundsätzlich wird bereits über Ausgaben ab einer Höhe von rund 300 Euro gemeinsam beraten, 20 Prozent der Paare entscheiden bereits bei 100 Euro gemeinsam.
aktualisiert: Mi, 01.08.2012 11:39


