05.08.2012, 10:34  Aktualisiert: 05.08.2012, 14:14 
Europäische Union

IWF äußert sich zufrieden über Gespräche in Athen

Das Land muss für neues Geld erneut 11,5 Mrd. Euro einsparen. Die Troika kehrt Anfang September nach Athen zurück.
Foto: APA (epa)/Boris Roessler

Athen - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich zufrieden mit den Ergebnissen der jüngsten Verhandlungen der internationalen Gläubiger mit Griechenland gezeigt. „Wir haben gute Fortschritte erzielt“, sagte IWF-Vertreter Poul Thomsen am Sonntag in Athen nach Gesprächen der Troika mit dem griechischen Finanzminister Yannis Stournaras und Arbeitsminister Giannis Vroutsis.

Die Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) werde Anfang September wiederkommen. Die Vertreter hatten sich zwei Wochen lang zur Prüfung der griechischen Sparbemühungen im Land aufgehalten.

Die zugesagten Einsparungen in Höhe von 11,5 Mrd. Euro sind Voraussetzung für die Freigabe einer weiteren Hilfstranche von 31,5 Mrd. Euro im September. Ohne das neue Geld aus dem zweiten Hilfsprogramm droht Griechenland die Staatspleite. Durch die Wahlen im Mai und Juni hatte sich die Zusage der geforderten Kürzungen wiederholt verzögert.

Wie aus dem Finanzministerium in Athen verlautete, war die Stimmung bei den Gesprächen „gut“. Die griechische Regierung muss nun in den kommenden Tagen Details zu den von der Troika geforderten Maßnahmen erarbeiten und den Vertretern bis Ende kommender Woche einen entsprechenden Bericht schicken. Für Montag und Dienstag ist ein Treffen von Ministerpräsident Antonis Samaras mit seinen Koalitionspartnern vorgesehen.

Stournaras zufolge sind die kommenden Wochen „entscheidend für das Überleben des Landes“. Zwar hätten die Griechen schon „große Opfer“ gebracht, sagte er der Zeitung „Ethnos“. Wenn die zugesagten neuen Kürzungen nicht umgesetzt würden, drohten dem Land aber der Bankrott und der Austritt aus der Eurozone.

Die erneuten Kürzungen sind in der Bevölkerung heftig umstritten. Das Land leidet das fünfte Jahr in Folge unter einer Rezession und unter einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. (APA/AFP)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 05.08.2012  10:34
aktualisiert: So, 05.08.2012  14:14
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