Die kleinste Nummer im Dream-Team
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Für die Bank reicht es nicht, aber immerhin sitzt mein Freund (ganz links) erste Reihe fußfrei.Fotos: Madl
Foto: madl
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Seinen Namen kenne ich nicht. Er heißt jedenfalls nicht Kobe Bryant, LeBron James oder Kevin Durant. Und er verdient, so viel traue ich mich auch zu behaupten, weder 54 (James) noch 52,3 (Bryant) oder 25 (Durant) Millionen Dollar im Jahr. Aber der Gute kann von sich behaupten, Teil des Dream-Teams zu sein, das bei den Sommerspielen in London die Konkurrenz aufmischen soll. Erste Reihe fußfrei erlebt er mit, wie sich die US-amerikanischen Basketballer derzeit durch die Vorrunde kämpfen. Spielen würde das wohl auch er nicht nennen, dafür fehlt es seinen Stars derzeit an Leichtigkeit.
Jeden Fotografen, der sich den US-Helden am Parkett auch nur auf zwei Meter nähert, vertreibt das Sicherheitspersonal. Er, der Handlanger, dem sie nicht einmal einen Platz auf der Ersatzbank gewähren, geht mit den Parkett-Ikonen indes auf Tuchfühlung: Mit seinem Engagement trägt er dazu bei, dass seine Stars nicht frieren, seine Tätigkeit folgt einem immer wiederkehrenden Muster:
Kaum wird einer eingewechselt, lässt dieser sein Aufwärm-Shirt an Ort und Stelle fallen, meistens umgestülpt und mit einem Wurf aus dem Handgelenk. Mein Freund, so bezeichne ich ihn jetzt einmal, jagt einem Balljungen im Tennis gleich diesen verwurschtelten T-Shirts hinterher, um sie in seiner Ecke sauber zusammenzufalten und zu horten. Und wenn dann einer dieser Bryants, Jameses und Durants wieder Richtung Ersatzbank flaniert – gehen kann man das bei dieser offensichtlich angeborenen Lässigkeit nicht nennen –, greifen sie achtlos zu einem der von ihm sortierten Shirts.
Jeder hat das seine: Bryant, den er wohl „Kobe“ nennen darf, die „10“. Und LeBron James die „6“. Er selbst, der T-Shirt-Falter, hat gar keine – er ist im Dream-Team ja auch nur eine kleine Nummer. Aber immerhin – er ist eine. (floh)

