„Pop ist ja der Teufel, genauso wie enge Hosen“
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Am Montag spielt Cro bei freiem Eintritt im Congress Innsbruck. Vor ihm tritt ab 18.30 Uhr das Tiroler Reggae-Duo Iriepathie auf.
Foto: Delia Baum
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Innsbruck – Eine Mischung aus Rap und Pop, also kurz „Raop“ – so nennt der deutsche Senkrechtstarter Cro seine Musik. Innerhalb weniger Monate hat es der Stuttgarter, der mit bürgerlichem Namen Carlo Waibel heißt, geschafft, mit seinem Gute-Laune-Hip-Hop die Gehörgänge von Millionen Fans in positive Schwingungen zu bringen. In Deutschland thront sein Album seit vier Wochen an der Spitze der Charts, ähnlich gut kommt er auch hierzulande an. Seine Hit-Single „Easy“ wurde auf Youtube bereits 25 Millionen mal geklickt, mittlerweile bekam er für den Song eine Goldene Schallplatte.
Seit Anfang Mai befindet sich Cro auf einer Festival-Tour, die ihn am 15. August auch zum Frequency nach St. Pölten führen wird. Zuvor gibt es für alle Tiroler Fans aber noch ein besondere Gelegenheit, den „Panda-Rapper“ live zu erleben. Bei freiem Eintritt gastiert er diesen Montag im Rahmen der „Red Bull Brandwagen FM4 Frequency Warm Up Tour“ im Congress Innsbruck. Der Ansturm auf die Dogana wird wohl gewaltig sein, bereits im Mai platzte der Weekender Club bei seinem Überraschungs-Gig aus allen Nähten.
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Du trittst am Montag in Innsbruck auf. Es ist nicht dein erstes Mal ...
Cro: Nein, ich war ja im Mai zu einem Überraschungskonzert im Weekender Club in Innsbruck. Ist sehr schön da. Ich mag Berge!
Viele wundern sich, dass du trotz Nummer 1 Album zweimal bei freiem Eintritt in Österreich auftrittst. Wie kommt es dazu?
Cro: Also zum einen finde ich, kann man den Leuten auch mal was zurückgeben, wenn so viele ein Album kaufen. Ich mach ja auch immer wieder Mixtapes und stelle die gratis ins Netz. Und außerdem haben das unsere Kumpels von Red Bull klar gemacht.
Die Mischung aus Rap und Pop, also „Raop“ ist dein Metier. Siehst du dich hier als Pionier, oder gibt‘s jemanden der Vergleichbares macht?
Cro: Ach nein, der erste der das macht bin ich jetzt bestimmt nicht. Es gab ja schon immer im Rap auch Leute die große Pop-Nummern gemacht haben. „Raop“ ist halt mein Begriff. Ein Pionier will ich trotzdem nicht sein. Ich mach einfach meine Musik, so wie sie mir gefällt.
Deine Songs versprühen gute Laune. Woher kommt deine Unbeschwertheit?
Cro: Ich bin ein positiver Mensch und mache positive Musik. Natürlich habe ich auch mal schlechte Laune und mir geht’s auch mal nicht gut. Ich hab dann aber nicht das Bedürfnis das in meiner Musik zu verarbeiten.
Wer an Cro denkt, denkt auch automatisch an einen süßen Pandabären? Willst du mit der Maske ein Signal an die „Badboy-Rapszene“ senden? Oder ist das gar eine Parodie auf Sido?
Cro: Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich feiere Sido! Sein Album „Maske“ ist eines meiner Lieblings-Deutschrap-Werke. Und generell Street-Rap mag ich auch. Ich find das blöd, wenn man das immer so hinstellt als wäre das die „schlechtere“ Rapmusik. Haftbefehl, Celo und Abdi oder Sido gehören genauso zu Rap wie Die Orsons, Marteria oder Prinz Pi. Das ist alles Rap und das ist alles geil. Ich trage eine Maske weil ich nicht erkannt werden will.
Das verkehrte Kreuz auf der Maske hat wohl nichts mit Satanismus zu tun. Was steckt dahinter?
Cro: Gar nix. Da lag ein Eding rum und die Maske und zack war da ein Kreuz drauf und inzwischen gehört das eben mit dazu.
Es gibt nicht viele Rapper die offen zugeben, dass sie im Pop-Segment fischen. Wie ist die Resonanz darauf in der Hiphop-Szene?
Cro: Das finden natürlich viele blöd und furchtbar. Darf man ja nicht machen. Pop ist ja der Teufel. Genauso wie enge Hosen.
Laut Wikipedia hast du bereits mit 13 angefangen, selbst Musik aufzunehmen. Kommst du aus einem musikalischen Umfeld?
Cro: Nein, ich hab als Kind halt ein bisschen Klavier spielen gelernt, mein Bruder hat mir ein paar Akkorde an der Gitarre beigebracht und vor allem Papas Plattenkiste hat mich als Kind musikalisch geprägt. Inzwischen ist aus der Plattenkiste eher das Internet geworden.
Noch vor einem Jahr haben dich wenige gekannt, jetzt bist du dick im Geschäft. Wie hast du das geschafft, angesichts deines recht kleinen Labels?
Cro: Ein bisschen Glück und viel Arbeit! Mein Label Chimperator ist nicht so klein wie man denkt. Die machen das seit 10 Jahren und haben das durchgehalten und durchgezogen. Die sind geil und wissen was sie machen.
Kannst du den derzeitigen Hype um deine Person überhaupt fassen? Wie schaffst du es, nicht die Bodenhaftung zu verlieren?
Cro: Durch die Maske kann ich das ganz gut von mir weg halten. Wenn ich sie aufsetze bin ich Cro, wenn ich sie abnehme bin ich wieder Carlo und hab meine Ruhe. Natürlich ist das alles ganz schön viel Action gerade, aber auch dadurch komme ich nicht wirklich dazu es zu realisieren. Jeden Tag passiert wieder was Krasses. Ich glaube nach der Tour setze ich mich erst mal in Ruhe hin und schau mir das alles schön von außen an.
Im Song „Easy“ flüchtest du vor einer besitzergreifenden Frau. Ist dir das im wirklichen Leben auch schon passiert, oder wie kam die Idee dazu?
Cro: Na klar, wem ist das noch nicht passiert?
In einem Satz: Welche Botschaft möchtest du der Welt mit deinen Liedern vermitteln?
Cro: Hab‘ eine gute Zeit!
Das Gespräch führte Simon Hackspiel
aktualisiert: Di, 14.08.2012 12:04

