Syrien-Konflikt weitet sich aus: Gefecht an Grenze zu Jordanien
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Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen in Aleppo und Damaskus.
Foto: REUTERS
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Damaskus, Istanbul, London Der Syrienkonflikt droht sich gefährlich auszuweiten. An der Grenze zwischen Syrien und Jordanien lieferten einander Grenztruppen der beiden arabischen Länder in der Nacht auf Samstag schwere Gefechte. Syrische Soldaten schossen auf eine große Gruppe syrischer Flüchtlinge, auch als diese sich schon auf jordanischem Boden befanden. Die jordanischen Truppen erwiderten das Feuer, bestätigten Sicherheitskreise in Jordanien. Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen gab es in Aleppo und der Hauptstadt Damaskus.
US-Außenministerin Hillary Clinton traf indes in Istanbul ein, um mit der türkischen Führung über einen Ausweg aus der auch international immer prekärer werdenden Syrienkrise zu beraten. Gefechte an der syrisch-jordanischen Grenze sind nicht selten, doch der 30-minütige, intensive Feuerwechsel beim Grenzdorf Al-Schadshirah war einer der schwersten dieser Art, unterstrichen die jordanischen Sicherheitskreise. Auf jordanischer Seite wurde niemand verletzt, hieß es.
Die Heftigkeit der Kämpfe sei darauf zurückzuführen, dass sich in der Gruppe von 500 syrischen Flüchtlingen Dutzende hochrangige Armee-Offiziere befanden, sagten syrische Aktivisten in Amman. Die Militärs waren demnach zuvor aus den syrischen Streitkräften desertiert. Trotz der konspirativen Planung hätte der syrische Geheimdienst Kenntnis von der Grenzpassage erlangt.
Neue Angriffe in Aleppo
Die Truppen des Regimes von Bashar al-Assad starteten in der umkämpften Stadt Aleppo neue Angriffe. Sie gingen am Samstag mit Kampfflugzeugen, Helikoptern, Panzern und schwerer Artillerie gegen die Stellungen der Aufständischen vor. „Die Belagerung durch die Regimetruppen erschwert es uns, ausreichenden Nachschub an Munition in die Stadt zu bringen“, sagte der Rebellenkommandeur Abu Omar al-Halebi der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Auch mache sich die waffentechnische Überlegenheit des angreifenden Militärs bemerkbar.
Aktivisten zufolge brachten die Regimetruppen weitere Verstärkungen in die Stadt. Aleppo, eine strategisch bedeutsame Geschäftsmetropole im Norden des Landes unweit der türkischen Grenze, ist seit drei Wochen Schauplatz heftiger Kämpfe. Anfangs konnten die Aufständischen Erfolge verbuchen. Zuletzt wurden sie aber aus dem südwestlichen Stadtteil Salaheddin, einem wichtigen Einfallstor in die Stadt, verdrängt.
Auch aus der Hauptstadt Damaskus wurden heftige Gefechte gemeldet. Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde um den im Süden gelegenen Stadtteil Tadamun gekämpft. Im Stadtteil Kabun waren demnach Schüsse und Explosionen zu hören. Auch im Zentrum soll es zu Kampfhandlungen gekommen sein. Die syrische Armee hatte Anfang August erklärt, nach heftigen Kämpfen wieder die vollständige Kontrolle über die Hauptstadt errungen zu haben.
Clinton sucht in Istanbul nach neuen Wegen im Kampf gegen Assad
Indes traf US-Außenministerin Hillary Clinton zu einem Besuch in Istanbul ein. Die USA und die Türkei wollen Vorbereitungen für die Zeit nach einem Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad schnell voranbringen. Der Opposition müsse dann geholfen werden, die Institutionen des Staates zu schützen und eine demokratische und pluralistische Regierung aufzubauen, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Samstag in Istanbul.
Hauptziel bleibe aber ein Ende des Blutvergießens und der Rücktritt von Assad. „Wir müssen sicherstellen, dass der Übergang möglichst ungestört verläuft und es keinen Raum für ethnische Konflikte gibt“, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Gespräche mit Gül und Erdogan geplant
Geplant waren auch Gespräche mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Dabei sollte es um die Wirksamkeit der US-Hilfen gehen sowie um Mittel und Wege, um den Abgang des Assad-Regimes zu beschleunigen. Darüber hinaus wollte Clinton in Istanbul von syrischen Aktivisten „Erfahrungen aus erster Hand“ erhalten. Sie werde Frauen, Studenten, Blogger treffen, aber keine bewaffneten Kämpfer, verlautete aus dem US-Außenamt. (APA/dpa/AFP/Reuters)
aktualisiert: Sa, 11.08.2012 14:26

