Tauziehen um Metallerrunde
Wien – Der heurige Herbst dürfte ein heißer werden. Bei den Metallern, die traditionell die Lohnrunde beginnen und deren Kollektivvertragsabschluss richtunggebend für andere Sparten ist, will diesmal der größte Fachverband FMMI ausscheren, sprich separat verhandeln. Dem FMMI gehören 742 größere Betriebe mit knapp 116.000 Mitarbeitern an. Insgesamt beschäftigt die Metallindustrie fast 175.000 Menschen (ohne Fremdpersonal).
Bisher gab es für die Metallbranche eine gemeinsame Verhandlungsrunde für sechs Fachverbände, heuer soll alles anders werden. Die Gewerkschaft will das nicht hinnehmen. „Das ist ein klarer Bruch der Sozialpartnerschaft“, sagt Rainer Wimmer, Verhandlungsführer der Metallergewerkschaft Pro-Ge.
Die Wirtschaftsseite weist die Kritik zurück. Kammerboss Christoph Leitl sagte zur Tiroler Tageszeitung, eine „sehr differenzierte Entwicklung“ der verschiedenen Sparten lasse differenzierte Verhandlungen sinnvoll erscheinen.
Dazu komme, so betonte Leitl, dass der Wunsch nach einer Aufteilung der Lohnrunde keinesfalls neu sei: „Das hat schon der legendäre Metallergewerkschafter Rudolf Nürnberger mit seinem Vis-à-Vis Hermann Haslauer ins Auge gefasst. Nur dann ist der Nürnberger weg gewesen. Und das Konzept war vom Tisch. Hier sollte man wieder anknüpfen. Vielleicht ist bei guten Betrieben dann sogar etwas mehr herauszuholen.“ (sabl, TT)


Nach Vorwürfen: AK warnt öffentlich vor Primark
