11.08.2012, 15:32  Aktualisiert: 12.08.2012, 08:08 
Iran

Sechs Dörfer völlig zerstört: Mehr als 250 Tote bei schwerem Beben

Das verheerende Beben der Stärke 6,3 ereignete sich im Nordwesten des Iran. Mehr als 2000 Menschen wurden verletzt, Dutzende werden noch vermisst.
Die westiranische Stadt Varzeqan hat es besonders heftig erwischt.
Foto: EPA
   

Teheran - Die Zahl der Opfer der schweren Erdbeben in der nordwestiranischen Provinz Ost-Aserbaidschan ist weiter stark gestiegen: Der Katastrophenschutz in Teheran teilte am Samstagabend mit, dass inzwischen 250 Tote zu beklagen seien, zudem gebe es mindestens 2000 Verletzte. Die Opferzahlen könnten noch steigen, da unter den Trümmern noch Menschen vermutet würden und einige betroffene Dörfer noch nicht von den Helfern erreicht worden seien, sagten Behördenvertreter.

Zahlreiche Menschen flohen aus Angst aus ihren Häusern auf die Straßen. 16.000 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht. Die Rettungsmannschaften suchten auch in der Nacht noch verzweifelt nach Überlebenden. Medienberichten zufolge wurden sechs Dörfer nahezu völlig zerstört, in rund 60 Dörfern seien mehr als 50 Prozent der Häuser beschädigt. Dutzende Verletzte starben in den Spitälern der Millionenstadt Tabriz (Täbris) in der nordwestlichen Provinz Ost-Aserbaidschan.

Dem seismologischen Institut der Universität Teheran zufolge hatte das Hauptbeben, das sich um 14.23 Uhr MESZ ereignete, eine Stärke von 6,2. Nur elf Minuten nach dem ersten Beben ereignete sich demnach ein Nachbeben mit einer Stärke von 6,0. Das Epizentrum des Erdbebens lag den Angaben zufolge etwa 60 Kilometer von Tabriz entfernt.

Der US-Bebenwarte zufolge hatten die beiden Erdstöße am Samstag in der Nähe der Millionenstadt sogar eine Stärke von 6,4 beziehungsweise 6,3. Die geologischen Verwerfungen ereigneten sich demnach in fast zehn Kilometern Tiefe. Ihnen folgten mindestens 40 Nachbeben. Das Erdbebengebiet ist rund 190 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt, die Distanz zu den Grenzen Armeniens und Aserbaidschans beträgt 90 Kilometer.

Der Chef der Hilfsorganisation Roter Halbmond, Mahmoud Mosafar, sagte der Agentur Mehr, zu mehreren Dörfern gebe es keinen Zugang. Ein Verantwortlicher aus Ahar bezifferte die Zahl der betroffenen Dörfer auf etwa 60. Die Rettungsteams hatten 185 Krankenwagen und sieben Hundestaffeln im Einsatz. Mosafar sagte, es gebe teils telefonischen Kontakt zu den Einwohnern. Um die Menschen in den Dörfern zu erreichen, wurden Helikopter eingesetzt.

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen in der Stadt Bam im Südosten des Landes mehr als 25.000 Menschen ums Leben. Bei einem Erbeben im Nordosten Irans wurden erst im Jänner mehr als hundert Menschen verletzt. (APA/AFP)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Sa, 11.08.2012  15:32
aktualisiert: So, 12.08.2012  08:08
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