14.08.2012
Bühne

Mit Bösel und Fellner übers Leben weinen

Am 27. August kommen Kabarett-Freunde im Treibhaus auf ihre Kosten: Josef Hader und Alfred Dorfer machen sich auf nach „Indien“.

Von Christiane Fasching

Innsbruck – Man will es kaum glauben – aber der österreichische Kultfilm „Indien“, in dem Josef Hader und Alfred Dorfer als Heinz Bösel und Kurt Fellner heimische Gasthäuser unter die Lupe nehmen und dabei brillant die Grenzen zwischen Komik und Tragik umtänzeln, hat schon fast 20 Jahre auf dem Buckel. 1993 eroberte das Regiewerk von Paul Harather, das auf dem gleichnamigen Theaterstück von Hader und Dorfer basiert, das Kino – und markierte den Durchbruch der beiden Ausnahme-Kabarettisten, die seither nur noch in Ausnahmefällen gemeinsam auf der Bühne standen.

Ein solcher Ausnahmefall tritt am 27. August ein – und geht auf die Kappe von Treibhaus-Chef Norbert Pleifer, der seit Jahren mit „dem Josef und dem Fredi“ befreundet ist und die beiden deshalb dazu überreden konnte, bei ihrer sommerlichen Stippvisite in Innsbruck noch einmal das „Indien“-Skript herauszukramen. „Der Zufall wollte es, dass beide zur selben Zeit in der Stadt sind – und da hab‘ ich die Gelegenheit genutzt und sie zum Arbeiten überredet“, lacht Pleifer. Gelegenheit zum Lachen wird auch das Publikum haben – schließlich lesen Hader und Dorfer gemeinsam aus ihrem Erfolgsstück, das vor legendären Zitaten ja nur so strotzt. „Danke, ganz lieb“, will man angesichts dieses kabarettistischen Freundschaftsdienstes sagen, der dem Treibhaus wohl ein übervolles Haus bescheren wird. Aber wären da nicht auch mehrere Abende mit Bösel und Fellner möglich gewesen?

Norbert Pleifer winkt ab. „Die beiden sind ja nicht auf einer ‚Indien‘-Tournee, sondern tun das, weil sie erstens einander und zweitens das Treibhaus gern mögen. Das wird sicher eine wunderschöne Geschichte – aber keine, die dann gleich wiederholt werden muss.“ Wer bei der Lesereise nach „Indien“ dabei sein will, sollte sich also rasch um eine Karte bemühen – es wird eng. Rechtzeitig Karten muss man sich aber auch für Josef Haders kabarettistischen Alleingang am 26. August sichern. „Hader spielt Hader“ heißt‘s da im Treibhaus – und wer weiß, vielleicht sitzt auch Spezi „Fredi“ im Publikum. Im Pleifer‘schen Refugium fühlen sich die Kabarettisten nämlich schon seit Jahren heimisch. Wurden sie hier doch schon zu Beginn ihrer Karriere mit offenen Armen empfangen. Und so feierte zuletzt auch Dorfers Programm „bisjetzt“ in Innsbruck seine Österreich-Premiere, während „Hader muss weg“ anno 2004 komplett im Treibhaus entwickelt wurde. Freundschaft lohnt sich.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 14.08.2012
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