Heimische Flinten werden neu gezählt
Wien – Wie viele Gewehre es in Österreich gibt, weiß derzeit niemand. Das soll sich ab Oktober ändern, wenn die Jäger, Schützen und Waffensammler mit der Umsetzung des von der EU vorgeschriebenen zentralen Waffenregisters (ZWR) ihre Gewehre melden müssen – noch einmal. Beim ersten dezentralen „Versuch“ mussten Formulare ausgefüllt werden, die bei den Büchsenmachern verblieben. Diese Meldungen wurden jedoch nie zentral erfasst. Weil dafür damals Gebühren fällig wurden, wird jetzt der Vorgang per Bürgercard oder Handy-Signatur kostenlos möglich sein.
Die neue Verordnung war nicht gerade ein Schnellschuss. Vom Beschluss im Parlament bis zum Start sind mehr als zwei Jahre vergangen. Das lag daran, dass man verschiedene Schnittstellen, etwa mit dem Melderegister, eingerichtet hat und bisher die Bundesländer die Daten der 156.000 Waffenbesitzkarten und 81.000 Waffenpässe nicht einheitlich verarbeitet hatten. Denn auch die von den Behörden bereits erfassten Informationen der Kategorie B (Pistolen und Revolver) sowie Kategorie A (verbotene Waffen) werden in das ZWR „übersiedelt“, erläutert Roland Giersch aus dem Innenministerium.
Die Büchsenmacher werden bei einem Neukauf die Waffe via Internet im ZWR eintragen. Aber auch jene, die ihren Altbestand nicht selbst melden wollen, können sich an einen Händler wenden, der dies für sie übernimmt – gegen ein „angemessenes Entgelt“. Wie hoch dies ist, obliegt dem Büchsenmacher.
Grund zur Eile besteht nicht. Für die Registrierung der Gewehre (Kategorie C – mit gezogenem Lauf) hat man Zeit bis Ende Juni 2014. Flinten (Kategorie D – mit glattem Lauf) aus dem Altbestand müssen nur bei einem Besitzerwechsel gemeldet werden, Neukäufe hingegen werden ab Oktober erfasst. Die Behörde möchte auch wissen, warum man eine Waffe besitzen möchte. Hier kann man als Begründung etwa die Jagd, das Sportschießen, Sammeln oder sonstige Argumente eintragen. (APA)


