16.08.2012, 10:10  Aktualisiert: 16.08.2012, 12:00 
USA

Waldbrände in Kalifornien trieben Hunderte in die Flucht

Tausende Hektar Land und mehrere Häuser wurden von den Flammen zerstört.
Drei Brände in Kalifornien wurden eingedämmt, doch noch wütet ein Großteil der Feuer in Kalifornien weiter.
Foto: EPA

Los Angeles – Schwere Waldbrände im Süden Kaliforniens haben eine Fläche von tausenden Hektar Land zerstört und hunderte Menschen in die Flucht getrieben. Wie die Feuerwehr am Mittwoch mitteilte, mussten rund 400 Menschen aus Ranchita, 81 Kilometer südlich von San Diego, am Dienstagabend ihre Häuser verlassen. 3700 Hektar Wald wurden zerstört, 400 Häuser waren von den Flammen bedroht. In der Gegend waren am Sonntag fünf Brände durch Blitzeinschlag entfacht worden. Rund 1500 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Bis Mittwoch waren nach Angaben der Feuerwehr drei der Brände eingedämmt, doch die für den Großteil der Zerstörungen verantwortlichen Feuer waren weiter außer Kontrolle. Ein Sprecher der Feuerwehr, Mike Mohler, sagte, die Löschtrupps machten zwar Fortschritte, es gebe aber noch eine große offene Feuerfront. Da die Brände in einem unwegsamen Gelände und fernab von Straßen wüteten, gestalteten sich die Löscharbeiten als schwierig, so Mohler.

Auch nördlich von San Diego wütete ein schwerer Brand. Dieser war am Dienstag in Sage, rund 100 Kilometer nördlich von San Diego, ausgebrochen. Er zerstörte vier Gebäude, darunter ein Wohnhaus. 1200 Hektar Buschland fielen den Flammen zum Opfer, 50 Häuser wurden evakuiert. Zwei Zivilisten und ein Feuerwehrmann erlitten schwere Verbrennungen.

Brände in insgesamt 14 Bundesstaaten

Auch in anderen Teilen der USA wüteten seit Mittwoch schwere Busch- und Waldbrände. Nach Berichten des Senders CNN gab es allein in 14 Bundesstaaten westlich des Mississippi 70 große Feuer. Die Flammen werden bei heißen Winden immer wieder neu entfacht und fressen sich angesichts extremer Dürre rasch vorwärts. Auch Menschen im nordwestlichen Bundesstaat Washington flohen vor den Flammen.

Mehr als Zweidrittel der USA leidet seit Wochen unter massiver Trockenheit. Temperaturen von bis zu 40 Grad und in manchen Regionen sogar noch höher bescheren den Feuerwehrleuten in ihrem Kampf gegen die Flammen immer wieder Rückschläge. Die Trockenheit hat auch schon Folgen für die Landwirtschaft, wie CNN berichtete. So litten viele Farmer unter der seit Wochen andauernden Dürre. In Louisiana sank der Wasserstand des Mississippis stark.

Heißes Wetter hält weiter an

Nach Angaben der US-Forstbehörde sind die Küstenstaaten Washington, Oregon und Kalifornien sowie Nevada, Utah und Idaho am stärksten von den Bränden betroffen. Mehrere Gemeinden seien bedroht. Nach Informationen des Senders CNN mussten sich im Bundesstaat Washington nahe Cle Elum 900 Menschen vor den Flammen in Sicherheit bringen. Hunderte Feuerwehrkräfte waren in dem Bundesstaat im Einsatz. Starke Winde schürten jedoch die Brände. Bilder zeigen Löschflugzeuge, die über große Areale von brennenden Wäldern fliegen.

Meteorologen sagen voraus, dass das heiße Wetter die Woche über anhalten wird. „Wenn uns Mutter Natur nicht aushilft, dann werden wir noch eine Weile kämpfen müssen“, zitierte CNN den Vertreter einer Feuerwehr in Washington. (APA/AFP, dpa)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 16.08.2012  10:10
aktualisiert: Do, 16.08.2012  12:00
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