Kindsvater erwürgte 21-jährige Mutter in Kinderdorf-Wohnung
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Aus ermittlungstaktischen Gründen gab die Polizei den vermutlichen Mord erst am Dienstag bekannt.
Foto: TT / Thomas Boehm
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Bregenz - Eine 21-jährige Frau und junge Mutter ist in Vorarlberg offenbar vom Kindsvater ihrer viermonatigen Tochter zu Tode gebracht worden. Die Leiche der Frau wurde bereits am Samstag in einer Mietwohnung des SOS-Kinderdorfs in Dornbirn aufgefunden. Zunächst wies laut Hardy Tschofen, Leiter des Landeskriminalamts für Vorarlberg (LKA), nichts auf eine äußere Gewalteinwirkung hin. Die Obduktion brachte dann eine massive Gewalteinwirkung auf den Hals der Frau zu Tage. Am Dienstag gegen 11.30 Uhr wurde der ehemalige Lebensgefährte des Opfers wegen dringenden Tatverdachts festgenommen. Er hat mittlerweile einen Streit mit dem Opfer zugegeben.
Die junge Frau war im Kinderdorf aufgewachsen, in einer Krisensituation im Oktober 2011 sei sie zurückgekehrt und lebte seither mit ihrer heute vier Monate alten Tochter dort in einer gemieteten Garconniere. In Betreuung stand die Frau jedoch nicht. Ihre ehemalige Kinderdorfmutter, zu der die 21-Jährige weiter engen Kontakt pflegte, fand die Leiche am Samstag gegen 16.40 Uhr auf dem Sofa im Wohnzimmer. Weil die Todesursache zunächst nicht ersichtlich war, ordnete die Staatsanwaltschaft Feldkirch eine Obduktion an. Zeichen von äußerer Gewalteinwirkung seien nicht sichtbar gewesen, so Tschofen.
Am Montagabend gegen 20.00 Uhr habe nach einer mehrstündigen Untersuchung des Gerichtsmedizinischen Instituts in Innsbruck dann festgestanden, dass von Fremdverschulden auszugehen sei. Man vermutete, dass sich die Tat zwischen Freitagabend und Samstagmorgen ereignete, sagte der LKA-Leiter. Die genaue Todesursache stehe noch nicht fest, das Ergebnis des Gerichtsmedizinischen Instituts in Innsbruck werde für Ende nächster Woche erwartet.
Im Zuge der Ermittlungen wurde am Dienstag gegen 11.30 Uhr der 26-jährige ehemalige Lebensgefährte der Frau in der Wohnung seines Vaters in Lustenau festgenommen. Er stehe unter dringendem Tatverdacht und wurde stundenlang einvernommen, hieß es. Die beiden haben sich vor rund zwei Monaten getrennt. Das soll „auf die Initiative der Frau erfolgt sein“, berichtete Tschofen. Daher vermute man eine Beziehungstat.
Der Verdächtige soll sich laut Zeugenaussagen am Freitagabend in der Wohnung der Frau aufgehalten haben. Das habe der Mann gegenüber der Polizei bestätigt. Er habe zudem eingeräumt, dass es bei dem Besuch zu einer Auseinandersetzung gekommen sei. Dazu führe man nun Erhebungen im Umfeld durch, erklärte Tschofen. Zu den weiteren Ermittlungsergebnissen hielt sich das LKA noch bedeckt. Welche Angaben der 26-Jährige etwa zu den darauffolgenden Geschehnissen machte, wollte Tschofen vorerst nicht sagen. Die Einvernahme sei bisher nicht abgeschlossen.
Den schockierten Bewohnern des SOS-Kinderdorf in Dornbirn soll ab Mittwoch ein Kriseninterventionsteam (KIT) helfen, die Situation zu verarbeiten. „Es ist sehr tragisch für alle, vor allem für die Kinder war es ein Schock“, berichtete Sprecherin Tina Vermeer. Die Kinderdorfmutter der 21-Jährigen betreue in Absprache mit der Jugendwohlfahrt das viermonatige Baby. (APA)
aktualisiert: Di, 28.08.2012 19:16


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