Transitforum will die Autobahn wieder blockieren
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Fritz Gurgiser plant eine Blockade der Inntalautobahn bei Vomp am 28. September von 12 bis 24 Uhr um auf die Überschreitung der Schadstoffwerte aufmerksam zu machen.
Foto: Thomas Boehm / TT
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Von Anita Heubacher Vomp – Die Politik habe versagt. Jetzt bleibe nur noch der Weg auf die Straße, meinte Transitforum-Chef Fritz Gurgiser am Freitag bei einer Pressekonferenz in Vomp. Gurgiser sitzt allerdings selbst seit 2008 im Landtag; sein Vize beim Transitforum, der Schwazer Stadtrat Hermann Weratschnig, hat gute Chancen, für die Grünen nächstes Jahr in den Landtag einzuziehen. Für Gurgiser ist der Protest in erster Linie ein Bürgerprotest und überparteilich. Widerspruch sieht er durch seine Doppelfunktion keinen. „Ich mache im Landtag nichts anderes als im Transitforum. Ich kämpfe gegen die Verkehrsbelastung.“
Tatsächlich hat Gurgiser damit bereits Erfahrung. Zum zehnten Mal ruft das Transitforum Bürger auf, ihren Unmut kundzutun. Am 28. September sollen sich Verkehrsbelastete bei Vomp auf die Autobahn stellen. Das wäre eine Totalsperre der Verkehrsader über den Brenner. Für Gurgiser „ein Signal, um Politiker in Brüssel, Wien, Rom, München, Bozen und Trient“ wachzurütteln.
Noch immer sei die Brennerroute im Vergleich zu anderen Transitstrecken zu billig. Vor allem Bayern und Südtirol verlangen in den Augen der Transitgegner viel zu wenig Maut. Tirol müsse deshalb 30 Prozent Umwegtransit von der Schweiz verkraften, kritisiert Gurgiser.
Er ziehe die Reißleine, weil die Jahresmittelwerte für die Luftbelastung in Tirol zum Teil massiv über dem Grenzwert liegen. Allerdings müsse man sagen, „dass sich die Belastung verschoben hat“. Nämlich von den internationalen Transit-Lkw hin zu heimischen, teils älteren Schwerfahrzeugen und vor allem in Richtung Pkw. Das Transitforum forderte gestern erneut, das Tempo zu drosseln. Tempo 60 solle für Lkw, 80 für Busse und 100 für Pkw gelten und verordnet werden. Die Landesregierung sieht bis dato keine Notwendigkeit, den Lufthunderter in einen permanenten zu verwandeln.
8500 Lkw, davon sind mindestens 40 Prozent heimische, rauschen pro Tag bei Vomp auf der Autobahn vorbei, dazu gesellen sich 54.000 Pkw. „Die Gemeinden strengen sich an, etwas für den Klimaschutz zu tun. Das wird vom Verkehr zunichtegemacht“, erklärt Hermann Weratschnig.
Neben der Erhöhung der Maut und Tempobremsen schlägt das Transitforum eine Wirtschaftsförderung für Frächter vor. Das Land solle die Frächter beim Umrüsten ihrer Flotte unterstützen.
Fritz Gurgiser will, dass auch in Südtirol protestiert wird. Dass es dort weder ein Nachtfahrverbot noch sonstige Transitbremsen gebe, „schadet uns“. Bewohner dies- und jenseits des Brenners hätten ebenso wie Gäste „ein Recht auf saubere Luft“.
aktualisiert: Sa, 01.09.2012 07:20


