„Vertrauen in Banken am Nullpunkt“
Alpbach – Finanzpolitiker und Entscheidungsträger im Bank-Bereich haben am Freitag beim Forum Alpbach eine massive Vertrauenskrise in Banken und Institutionen vor allem bei der Jugend konstatiert und erklärt, es sei harte Arbeit vonnöten, um dies zu ändern. Als Beispiel für eine solche Arbeit wurde die geplante Zentralisierung der Aufsicht über die europäischen Banken bei der EZB in Frankfurt genannt. Das Panel über die „Entwicklung der Bankenaufsicht“ leitete den letzten Tag der Finanzmarktgespräche in Alpbach ein.
„Nur wenn wir das Vertrauen der Jugend wiedergewinnen können, werden wir die Finanzmärkte überzeugen können“, sagte Nationalbankdirektor Andreas Ittner. „Unsere Aufgabe ist es, dieses Vertrauen zurückzuerobern.“ Der österreichische Parlamentarier Michael Ikrath (ÖVP) sagte, das Vertrauen sei mittlerweile wohl „auf dem Nullpunkt angelangt“.
Gast in Alpbach war am Freitag auch Klaus Regling. Der Chef über die Euro-Rettungsschirme erwartet, dass der dauerhafte Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) im Oktober seine Geschäfte aufnehmen kann. Das hänge auch noch von einer Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts ab. Die Frage, ob dem ESM eine Banklizenz verliehen werden soll, sei weniger wichtig, weil eine Banklizenz die Kapazität des Schirms nicht direkt beeinflusse, sagte Regling. Er ist Vorstandschef des provisorischen Rettungsschirms EFSF und soll in Zukunft den ESM leiten.
Franz Fischler, der neue Präsident des Forum Alpbach, zog schließlich Resümee über die Veranstaltung. Der frühere EU-Kommissar sagte, das Forum wolle künftig „die Gespräche so organisieren, dass mehr Disput zustande kommt“. Es sollten nicht mehr so viele Vertreter mit ähnlichen Meinungen nebeneinander auf dem Podium sitzen und neue Formen wie Argumentationsduelle oder Interviews könnten ausprobiert werden. Das Forum zählte heuer 4152 Teilnehmer aus 47 Ländern. (APA)


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